Ein kurzer Rückblick auf die Enstehung

Spätsommer 2014:
Die Flüchtlingszahlen werden immer höher, die Strategie der Stadt, Flüchtlinge möglichst sofort in freie Wohnungen einzuweisen, gerät an ihre Grenzen. Große Wohnungen für Großfamilien sind ohnehin knapp, bei den kleinen Wohnungen für Einzelpersonen treten die Flüchtlinge in Konkurrenz zu den vielen Studierenden des doppelten Abitur-Jahrganges. Die Verwaltung überprüft alle freien städtischen Gebäude auf die Möglichkeit der Nutzung als Wohnheim, ebenso werden alle freien städtischen Flächen überprüft.

Mitte November 2014:
Erste Gespräche des Bezirksbürgermeisters im Sozialdezernat - in Dortmund-Wickede ist eine geeignete Fläche für eine temporäre Wohneinrichtung mit Containern an der Morgenstraße gefunden worden.


Parkplatz Morgenstraße ist belegt - Fußballturnier beim SV Dortmund-Wickede 1982

27.11.2014: Information der Mitglieder der Bezirksvertretung und der Wickeder Ratsvertreter
28.11.2014: Information der unmittelbaren Anwohner durch ein persönliches Schreiben des Bezirksbürgermeisters


Nicht mehr benutzter Schul-Sportplatz (links: "Gummiplatz") am Parkplatz

29.11.2014: Die Presse berichtet über die Planungen in Wickede

1.12.2014: Vertreter der Vereine, Verbände, der Kirchen und Schulen treffen sich auf Einladung des Bezirksbürgermeisters im Stephanus-Gemeindezentrum und planen erste Möglichkeiten der ehrenamtlichen Hilfe

4.12.2014: Bürgerinformationsveranstaltung im Begegnungszentrum der ev. Kirchengemeinde am Wickeder Hellweg unter Polizeischutz! Mehr als 250 Besucher sitzen im großen Saal, etwa 80 Menschen können nicht mehr eingelassen werden. Draußen pöbeln Nazis über Lautsprecher, Gegen-Demonstranten stehen mit einem großen Banner auf dem Kirchplatz, die Glocken der Johanneskirche übertönen das Gegröle der Rechten.

Protokoll der Bürgerinformationsveranstaltung vom 4.12.2014

Dezember 2014:
Die Flüchtlingszahlen zwingen die Stadt dazu, die Turnhalle im Brügmannblock als Notunterkunft herzurichten. Für zunächst wenige Wochen gedacht müssen die Menschen hier Monate ohne jede Privatsphäre ausharren, es kommt zu Protesten der Bewohner, die Stadt passt die Halle für längere Aufenthalte durch bessere Betten und andere Änderungen an. Weitere Unterkünfte entstehen in Hörde, Eving, Scharnhorst und in der östlichen Innenstadt.

Die Bezirksvertretung Brackel beauftragt den Bezirksbürgermeister mit der Einrichtung eines kleinen Arbeitskreises zur Steuerung der ehrenamtlichen Hilfe - Kleine Runde - ihr sollen etwa zehn Akteure aus Wickede angehören.

14.12.2014: Erstes Treffen mit den Aktiven der Einrichtung Adlerstraße in ganz kleiner Runde (Berlin, Cramer, Czierpka, Stamm). Es wird ein stadtweites Treffen mit den Akteuren aller Einrichtungen geplant.


Nur für kurze Zeit zu akzeptieren: Brügmann-Hallen Foto: Alexander Völkel

22.12.2014: Ortstermin mit den Anwohnern wegen befürchteter Parkprobleme in der Morgenstraße, die Anwohner verlangen vehement einen anderen Standort und schlagen erneut eine Fläche am Pleckenbrink vor.

6.1.2015: Erstes stadtweites Koordinierungstreffen zum Thema Flüchtlingsbetreung im Reinoldinum mit Akteuren und Trägern aus allen bestehenden und bis dahin geplanten Einrichtungen. Man vereinbart eine intensive Zusammenarbeit, einige kritische Punkte werden sofort in Angriff genommen, u.a. Hotline, Forderung nach der Gesundheitskarte usw.

8.1.2015: Die Bezirksvertretung Brackel und die Wickeder Ratsvertreter lassen sich von Sozialdezernentin Birgit Zoerner noch einmal die Entscheidung für den Standort Morgenstraße erläutern, abschließend kommt man einstimmig zu dem Ergebnis, dass die Entscheidung der Verwaltung nachvollziehbar und richtig war!

10.1.2015: Die Bauarbeiten beginnen mit der Rodung von Buschwerk. Anwohner alarmieren die Polizei, weil sie an der Rechtmäßigkeit der Arbeiten zweifeln.

12.1.2015: Die Kanalarbeiten beginnen

ab 12.1.2015: Die Container werden nach Ende der Ausschreibungsfrist bestellt.

Jan./Februar 2015: Viele Bezirksvertretungen Dortmunds beschließen die Einrichtung einer Hotline für Fragen zum Thema Flüchtlingsunterbringung. In den meisten Fällen kommen die gleichlautenden Anträge schon als fraktionsübergreifende Anträge auf die Tagesordnung. Das hat es in Dortmund noch nicht gegeben!

22.1.2015: Die "Kleine Runde" trifft sich im Dechant-Mehler-Haus erstmals zu einem Vorbereitungsgespräch, mit dabei ist auch die künftige Leiterin der Einrichtung, Kerstin Edler von der AWO Dortmund. Erste Zuständigkeiten werden geklärt, man einigt sich bei grundsätzlichen Fragen. Auf der Baustelle wachsen die Berge von Strauch- und Baumschnitt.

In einigen Bereichen muss der Boden ausgekoffert werden, weil er nicht fest genug ist - etwa dort, wo früher die Sprunggruben waren.

Die Reste des Ballfangzaunes, viele Betonfundamente und andere Fundstücke aus dem Boden werden zusammengeschoben.

Altmetall - im hinteren Bereich steht der Zaun noch.

Der Transformator ist da - 6,5 Tonnen Elektrotechnik mit 500kW Leistung

4.2.2015: Die Große Runde trifft sich zum zweiten Mal. Man verabredet eine Reihe von Projekten, viele Ideen werden geboren, mache Überlegungen nehmen bereits Gestalt an (z.B. der "Dorfplan"). Es soll schnell eine Liste aller zur Verfügung stehender Räume erstellt werden, die Einrichtungsleitung soll eine Liste aller Menschen bekommen, die Arzt- und Behördenbesuche begleiten wollen. Alle Helfer beantragen ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis - dabei hilft die Bezirksverwaltungstelle Brackel.


Große Runde - Foto: Oliver Schaper

Bericht in RN/AR/WAZ:

10.2.2015: Das Planum wird hergestellt. Strauch- und Baumschnitt sind abgefahren, ebenso die Beton- und Metallteile. Der Boden ist überall verdichtet und wird nun auf eine Höhe gebracht.

LKW auf LKW rollt an, zwei Walzen sorgen für einen glatten Untergrund. Augenblicklich steigen die Flüchtlingszahlen dramatisch an. In Olpe wird erstmals ein großes Gebäude in Privatbesitz per Ordnungsverfügung beschlagnahmt und zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. Die EAE in Dortmund-Hacheney ist über Nacht mit 688 Menschen belegt bei nur 350 Übernachtungsplätzen - in großer Zahl kommen Menschen aus dem Kosovo, angelockt durch Versprechungen von Schlepperbanden und ohne jede Chance, hier Asyl zu bekommen. Gleichzeit ertrinken in einer Nacht über 300 Flüchtlinge vor Lampedusa.

13.2.2015: Die Baustelle ist abgeräumt, alles ist vorbereitet für die Aufstellung der Container.

18.2.2015: Es geht Schlag auf Schlag, die ersten Fundamente werden gesetzt. Zwei große Wohnblöcke werden hier aufgestellt, jeder 27x14m groß und 5,5m hoch. Für jede dieser Einheiten werden 52 Module zusammengeschraubt. Kleine Wohn- und Schlafräume, Aufenthaltsräume und Dusch- und WC-Einheiten sowie Küchenbereiche stehen dann zur Verfügung. Für die Betreuung gibt es Büros, Aufenthaltsräume und man hat sogar an eine kleine Teeküche für die Mitarbeiter gedacht.

Auch der Zaun wächst. In Rekordzeit stellen diese beiden Spezialisten die Pfähle auf.

Jetzt wird es ernst!

23.2.2015: Die ersten echt Container stehen! Der 80-Tonnen-Kran hebt die Leichtgewichte vom LKW und stellt sie auf die Fundamente. Die einzelnen Container wiegen je nach Art und Ausstattung 3-4 Tonnen.

24.2.2015: Die letzte Lücke - dann kommt die nächste Etage. Die Container kommen aus Eemshaven in der niederländischen Provincie Groningen. Dort waren sie sechs Jahre lang als Büros und Aufenthaltsräume auf der Baustelle des RWE-Kraftwerkes in Betrieb.

Trotz starker Windböen wird hier gearbeitet, der Zeitplan ist eng und man will, man muss ihn einhalten.

Schon von Weitem zu sehen: Der große Autokran in Aktion!

Der 2. Wohnblock ist fast fertig, eine Lage fehlt noch.

Überall im Ort stehen die Last- und Sattelzüge mit Containern. Mehr als zwei Züge können nicht auf das Gelände fahren, sonst kann man dort nicht rangieren. Vier Stunden dauert eine Fahrt von Eemshaven nach Dortmund, stolz erzählt ein polnischer Fahrer, dass er es einmal in 3 Stunden 30 geschafft hat. Aber es ist eben immer viel Verkehr.

Eine neue Kiste schwebt ein. Ein Modul nach dem anderen wird auf den Block gesetzt und mit den anderen verbunden.

26.2.2015: Es fehlen noch drei Container, dann ist der zweite Wohnblock komplett.

Hohle Gasse zwischen den beiden Wohnblocks - hier werden nach Fertigstellung Asphaltplatten die Unebenheiten ausgleichen und für vernünftige Wege sorgen.

Zwei Module sind zur Seite gestellt - so sieht ein einfaches Modul aus, 12qm, ausreichend für drei Menschen, die hier schlafen können. Da dieses keine Seitenwand hat, gehört es zu einer größeren Einheit, vielleicht zu einem der Aufenthaltsräume und wird mit anderen zu einem größeren Raum zusammengeschraubt.

26.2.2015: Die 2. Informationsveranstaltung - diesmal geht es um den Betrieb der Einrichtung, den Alltag im Flüchtlingsdorf. Die unmittelbaren Anwohner sind wieder besonders eingeladen worden, diesmal gibt es auch reservierte Plätze.

Wieder ist es ziemlich voll - doch was noch wichtiger ist: Unser Ehrenamtsbüro - hier kurz vor Öffnung der Türen - erlebt einen wahren Ansturm. Mehr als 80 polizeiliche Führungszeugnisse werden beantragt, der Wille zu helfen ist ungebrochen.

Die Ruhe vor dem Sturm - die Veranstaltung selbst verläuft sehr ruhig, die Diskussion ist sehr sachlich. Nur ein Fragensteller zielt auf die "hohen Geldbeträge" ab, die die Flüchtlinge angeblich bekommen - diesen Zahn können wir ihm schnell ziehen, denn die nüchternen Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Ein "Luxusleben auf unsere Kosten" ist davon nicht möglich. Aber dieser Wortbeitrag bleibt die Ausnahme.

2.3.2015: Wieder eine "Mahnwache" der Rechten in Wickede, mitten im Ort, gegenüber der Johanneskirche - gegen Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte in Dortmund - wir kontern mit einer Gedenkveranstaltung zum Thema Flucht, Verfolgung und Naziterror. Die ANTIFA ruft zu einer Gegendemonstration auf, zwei Züge der Polizeihundertschaft schirmen die Rechten ab. Alles bleibt friedlich.

6.3.2015: Wegen der vielen beteiligten Firmen ist die Baustelle tagsüber völlig offen. So können auch Nazis hinein spazieren und mit ihren Aufklebern einige Räume verzieren. Auf der eigenen Internetseite feiern sie sich wie nach der Erst-Besteigung einer 8.000ers. Seit heute ist die Baustelle mit Zaun und Tor vollständig umgeben und wird nun auch tagsüber verschlossen. Der Wachdienst, bisher nur nachts tätig, ist nun rund um die Uhr vor Ort.
Am 9.3.2015 jedenfalls tagt die Große Runde das letzte Mal vor der Eröffnung der Einrichtung - 65 Helferinnen und Helfer tauschen sich aus und planen zusammen mit der AWO den Start!

12.3.2105: Der große Knall, denn heute sollte die Übergabe der Einrichtung erfolgen. Die AWO hat alles organisiert, selbst die Putzkolonne steht Gewehr bei Fuß - aber an eine Übernahme ist nicht zu denken! Gerade hat ein Kleinbagger das Gelände in eine Mondlandschaft verwandelt, die Anschlüsse der Container an das bereits verlegte Abwassernetz erfolgt. Das war vorher nicht möglich, weil noch zwei (!) Container fehlten - siehe oben - und dafür mussten Kran und LKW noch aufs Gelände fahren und dort Platz finden. Nicht nur Hauptstadtflughafen und Elbphilharmonie brauchen etwas länger, auch hier zeigt sich, dass guter Wille bei allen Beteiligten eben manchmal nicht ausreicht. Baustellen entwickeln eine eigene Dynamik...

Auch die Zufahrt ziert ein neuer Schlitz: Hier wird die Trinkwasserzuleitung verlegt, in gehörigem Abstand zum Abwasserrohr etwas weiter rechts. Bleibt nur zu hoffen, dass für die Telefonleitung und die Stromzuführung nicht erneut gebuddelt werden muss, aber da hat man ja als Bürger so seine eigenen Erfahrungen...

13.3.2015: Auch wenn der Übergabetermin geplatzt ist, kann man nicht alle Folgeveranstaltungen absagen. Das AWO-Magazin wird ausführlich über die Einrichtung berichten und noch einmal die Werbetrommel in Sachen Mitarbeit und Spenden rühren - aber da ist der Redaktionsschluss eine echte Dead-Line. Also müssen noch Fotos gemacht werden, die wir eigentlich für die Übergabe geplant hatten.

Die Kinder der Bach-Grundschule - unmittelbar neben dem Flüchtlingsdorf gelegen - haben sich auf ihre neuen Nachbarn vorbereitet und tolle Bilder gemalt - die setzen wir nun in Szene, zusammen mit den Vertretern der AWO. Und das hat schon Symbolcharakter, sind doch hier auch viele Kinder dabei, die selbst vor einigen Jahren nach Deutschland kamen - und denen die Probleme als Neuankömmlinge noch gut in Erinnerung sind.

Ohne Worte! Kinder fragen da nicht lange nach woher und warum und wieso...

Auf der Baustelle kommen mittlerweile die Möbellieferungen an.

Tische, Tische, Tische - und ein paar Stühle...

...und stapelweise Spinde - alles muss unter freiem Himmel gelagert werden. Noch spielt das Wetter ja mit.

Tage später werden die Dächer angeliefert - für zwei Container leider zu spät, denn da suppt der Regen schon durch...

Und wieder musste der große Autokran auf das Gelände fahren, um die Bleche auf die Dächer zu heben.

Auch die Installationen sind fertig. Einiges funktioniert noch nicht, aber die Zeit drängt.

Frischwasser, Abwasser - rein und raus.

Vieles ist noch sehr provisorisch, andere Dinge sind dagegen schon fertig - Brandschutz steht dabei an oberster Stelle. Hier die vielsprachigen Anleitungen für den Fall von Feuer.

25.3.2015: 13 Schulklassen, fast 100 Personnen aus dem Bereich der Anwohner und der Ehrenamtlichen und zuletzt die Mitglieder der Bezirksvertretung - ein anstrengender Tag. Leiterin Kerstin Edler am Tresen des Informationsraumes.

"Kleiner als mein Kinderzimmer" - die Kinder sind zum Teil deutlich bestürzt über die engen und unkomfortablen Zimmer.

Als Folge der Besichtigungen erhält Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka über das Internet eine Morddrohung. Er muss ein paar Tage untertauchen bis die Identität des Schreibers geklärt ist, es folgen Hausdurchsuchung, Beschlagnahmungen und Gefährderansprache. Da der Schreiber trotz dieser Belehrungen versucht, weiter Kontakt mit dem Bezirksbürgermeister aufzunehmen, wird das Polizeifahrzeug vor der Haustür für Wochen ein gewohnter Anblick.

26.3.2015: Die ersten Bewohner kommen an - froh, endlich aus der Brügmann-Halle in eine andere Unterkunft ziehen zu können. Zwar ist das Flüchtlingsdorf Morgenstraße zu diesem Zeitpunkt noch eine riesige Baustelle, dennoch hat man hier endlich so etwas wie Zimmer, kann hier endlich eine Tür hinter sich zumachen und ist nicht mehr in großen Schlafsälen untergebracht.


Die ersten Bewohner - das Dorf-Team stellt sich vor

3.4.2015: Als Sturmtief Niklas durchzieht, wird trotzdem weiter gebaut. die Dächer sind immer noch nicht fertig, und während in Haus 2 bereits die ersten Menschen wohnen, ist Haus 1 noch eine einzige Baustelle.

Immerhin kommt so langsam Alltagsroutine auch für das Betreuungsteam auf: Das Tor ist installiert, die Klingelanlage funktioniert. Kleine Erfolge, aber es gibt noch immer viel Arbeit und vor allem viel Nacharbeit für die ausführende Firma. Die Mängelliste ist telefonbuchdick!

Im Bereich Sport hat sich Anpfiff zur Integration bereits installiert: Hier bei der Pressekonferenz mit Schirmfrau MdB Sabine Poschmann (Mitte) und der AWO-Vorsitzenden Gerda Kieninger.

Und die ersten Spieler stehen schon auf dem Kunstrasenplatz des Pappelstadions von Westfalia Wickede.

Überall steht die Morgenstraße im Mittelpunkt des Interesses, hier bei der Vorstellung der Aktion "Wir sind Dortmund" auf dem Friedensplatz: Sozialdezernentin Birgit Zoerner, Andreas Gora, AWO-Geschäftsführer, Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka und Anja Butschkau, für die Öffentlichkeitsarbeit der AWO verantwortlich.

April 2015: In einer Wutmail an die Stadtspitze beklagt sich Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka über die Planungspannen - alle der ungeheuren Eile geschuldet. Die Stadt bessert nach: In einer konzertierten Aktion werden auch die Bereiche nutzbar gemacht, die nach den gültigen Ausschreibungen vom Aufsteller nicht hergerichtet werden mussten. So gibt es dann auch im vorderen Bereich endlich befestigte Wege und der grobe Schotter wird durch eine wassergebundene Decke ersetzt. Endlich ist auch dieser Bereich nutzbar, gefahrlos begehbar und auch bei Regen ohne nasse Füße zu passieren. Immerhin hat diese Nachbesserung einen fünfstelligen Betrag verschlungen, sie zeigt aber auch, dass in Dortmund der Begriff "vernünftige Unterbringung" ernst genommen wird.

Auch am großen Haupttor werden nun endlich die gefährlichen Stolperfallen beseitigt, Löcher geschlossen, das Pflaster wieder aufgebracht. So langsam bekommt alles ein Gesicht.

4.5.2015: Endlich, die Abnahme ist geschafft. Mit langer Mängelliste geht die Einrichtung offiziell in Betrieb. Auch das Dorfcafé bekommt endlich den geforderten Notausgang und einen neuen Boden. Nun kann auch hier an die Einrichtung gegangen werden.

So stand dieser Raum auch beim Treffen der Ehrenamtlichen im Mai im Mittelpunkt.

Juni 2015: Information ist wichtig, Unterhaltung auch, aber Löcher in der Wand?

Des Rätsels Lösung: Hier soll der Flachbildschirm aufgehängt werden. Soirge beim Hausmeister, ob man den Monitor an der dünnen Holzverkleidung auch wirklich dauerhaft sicher befestigen kann - wir werden es sehen!

Abgeschriebene Fahrräder aus dem Fundus des Jugendamtes: Morgens die Idee von Jörg Bitter, Fachreferent für Jugendarbeit. Am Nachmittag werden die vier Bikes geliefert. Ein fixe Mail an 100 Helfer, zwei Stunden später gibt es drei Antworten von Menschen, die mit dem Schraubenschlüssel umgehen und die Räder auf Vordermann bringen wollen, 30 Minuten später ist der erste mit einem Kompressor vor Ort und pumpt die schlaffen Reifen auf - wegen des Dunlop-Ventils klappte das nicht mit der konventionellen Luftpumpe. So funktioniert hier bei uns die Ehrenamtsarbeit. Kurze Frage, viele Antworten, schnelle Hilfe. An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an alle Helfer! Der Fuhrpark der Einrichtung soll weiter wachsen. Es wäre schön, wenn sich eine Gruppe bilden würde, die sich um Reparaturen der Räder kümmert.

Sommerstimmung im Dorfcafé - auch hier arbeiten die ersten Ehrenamtlichen. Mit einfachen Mitteln entsteht bei schönem Wetter ein kleines Café, leider nicht "im Grünen" sondern "auf Teer und Schotter", aber auch daran arbeiten wir.

Seit Familien mit Kindern in der Einrichtung wohnen, hat sich das Bild ziemlich gewandelt, denn überall wuseln die Kids herum, es gibt viele Angbeote und die nahe Bach-Grundschule kümmert sich um die schnelle Integration der schulpflichtigen Kinder. Mit den weiterführenden Schulen gibt es eine enge Zusammenarbeit.

Ganz beliebt: Tischtennis!

10.5.2015: Gruppenbild mit Dame, Einrichtungsleiterin Kerstin Edler: Polizeipräsident Gregor Lange bereist gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka den Stadtbezirk. Mit auf Tour: Wachleiter Ernst Hansen und Verwaltungsstellenleiter Dietmar Kraushaar. Vor Ort mit dabei: Jörg Süshardt, AL Sozialamt. Einer der unzähligen Ortstermine im Flüchtlingsdorf.

13.Juni 2015: Kurzbesuch von Sozialdezernentin Birgit Zoerner. Mit einem langen Zettel geht sie ins Wochenende. Die gute und enge Zusammenarbeit hat nun schon mehrfach Früchte getragen, auch dieses Mal gab es einen intensiven Austausch. Wir alle lernen im Augenblick sehr viel, denn die Unterbringung der vielen Flüchtlinge ist für Dortmund und seine Verwaltung eine echte Mammutaufgabe.

Manchmal geht´s mit einfachen Mitteln: Pflanzkasten aus Bauholzresten, hier hat die Gartengruppe gewirkt!

Die Presse über das Flüchtlingsdorf - mit im Bild die Mountainbiker - seit die Räder betriebsbereit sind, fahren die Jungs damit durch die Gegend, völlig begeistert! Jetzt brauchen wir Räder für die Kinder.

Legendär werden die Feste und Feiern in der Morgenstraße, oft auch zusammen mit Bewohnern und Mitarbeitern des Flüchtliungsdorfes Haferfeldstraße aus Brackel. Lecker, lecker, lecker...

Ziemlich beste Freunde: Hakkan Arslan, Leiter der Haferfeldstraße, Ralf Ristau, Ehrenamtskoordinator und Karl-Heinz Czierpka, Bezirksbürgermeister bei der Weihnachtsfeier 2016.

Das komplette Team mit Kerstin Edler (rechts), bei der zuletzt die Gesamtleitung der Flüchtlinsgdörfer lag.

Die Letzte macht das Licht aus: Kerstin Edler schließt das Flüchtlingsdorf ab - nach zwei Jahren schließt die Morgenstraße die Tore. Die letzten Bewohner sind mit den Betreuern in das Flüchtlingsdorf Haferfeldstraße umgesiedelt, auch Dorfkater Ricky zieht mit nach Brackel. Mehr als 400 Menschen haben in den fast zwei Jahren hier gewohnt. Zeitweise wohnten mehr als 170 Menschen in der für 150 Personen ausgelegten Einrichtung, Flüchtlinge aus vielen Ländern dieser Erde, selbst drei Chinesen logierten hier für mehrere Wochen. Die Container werden noch einige Zeit hier stehen bleiben, nach ihrem Abbau wird der Bebauungsplan Pleckenbrink, Br 213, hier realisiert.

Das war´s!

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