Mit der Josina Elisabeth auf Klassenfahrt - Vorbereitungen und Schülertexte

Newsletter von Bord...

... sind hier aufgeführt. Jeden Tag hat die Crew am Abend ein solches Newsletter zusammengestellt und an Freunde "in aller Welt" verschickt. Und da Schreiben Spaß macht und wir jeden Tag mehr erlebten, wurden die Mails immer länger. Viele Informationen können Sie auch den Tagesseiten entnehmen, aber vielleicht ist der "authentische" Ton von Bord auch ganz interessant. Viel Spaß!

An die Freunde der Crew in aller Welt
To our friends all over the world
Voor al onze wereldvrienden

Mail von Sonntag, 23.6.2002

Hallo zusammen,

wir sind gut angekommen! Nach der ersten Pause an der Grenze haben wir Mc Donalds in Joure angefahren, aber die Idee hatten mit uns mindestens 100 andere Menschen - es war irre voll.

Nachdem unser Gepäck verstaut war, lernten wir den Skipper kennen, der echt holländisch aussieht aber aus Bochum kommt. Daher haben wir ihm seine Vorliebe für den VfL verziehen und auch sein Geständnis, Fiege-Pils zu trinken. Der erste Offizier hat zwei Beine, der zweite Offizier ist weiblich und hat vier Beine und zählt zur Gattung der Caniden - ein Hund!!! (Andrea sagt, ich muss das erklären).

Jeder hat seine Koje gefunden, das Bett bezogen und dabei festgestellt, dass Mama den Kopfkissenbezug nicht eingepackt hat! Auch Handtücher für die Küche waren bei einigen Fehlanzeige - trotzdem wird gespült werden.

Danach sind wir durch das nächtliche Harlingen gewandert und auch tatsächlich wieder beim Schiff angekommen - dabei haben wir beim Bäcker und dem Supermarkt die Öffnungszeiten herausgefunden.

So, es ist jetzt 1.07 am 24.6. und wir sind müde - bis Morgen.
Viele liebe Grüße von der gesamten Crew

und tschüssssssssss

Mail von Montag, 24.6.2002

Mayday, Mayday, Mayday: Wenn wir Morgen nicht verhungern sollen oder den Pizza-Sail-Service (Vorschlag von Sjoerd, dem 1. Offizier der Josina Elisabeth) bemühen müssen, brauchen wir eure Hilfe: Wir wissen nicht, was wir kochen sollen. Bitte mailt uns Rezepte für 32 Personen, die super schmecken, keine Arbeit machen und blitzschnell herzustellen sind. Wir warten und sicher hängt uns ab 15.00 Uhr der Magen auf halb acht!!!

Hallo, wir melden uns aus Medemblik am IJsselmeer. Der Wind hat uns hierher verschlagen, weil unser Schiff am Morgen repariert werden musste. Das Bugstrahlruder war auf dem letzten Törn ausgefallen und die Monteure schafften es, bis 11.00 Uhr alles wieder hinzukriegen. Da war dann aber das Wasser schon soweit abgelaufen, dass wir eine der Inseln als Ziel zu riskant fanden und einen Abstecher nach Süden gemacht haben.

Einige haben unfreiweillig geduscht, weil sie im Klüvernetz lagen oder aber am Bug standen und als die Josina durch die Wellen im IJsselmeer stampfte, spritzte es gewaltig!

Danach sah man nur noch Regenhosen an Bord, oft in Grün und Blau. Abends gab es eine tolle Gemüsesuppe, die aber nicht bei allen Freunde fand, daher unser Hilferuf im Kopf.

Einiges gibt es schon im Internet unter http://www.wir-sind-eine-klasse.de

Morgen geht es zurück in die Nordsee - wir melden uns wieder - und lasst uns nicht hängen!!!!

Eure 7b, z.Zt. Medemblik, Friesland an Bord der "Josina Elisabeth"

Mail von Dienstag, 25.6.2002

Hallo hallo, was sind wir froh, nicht mit euch tauschen zu müssen. Wir haben SUPER-Wetter und sind unterwegs unter "vollem Zeug" (wir reden schon wie richtige Seebären). Wir haben uns den ganzen Tag gesonnt, es war toll, nur einige haben trotz Schutzfaktor unendlich ein bisschen viel abbekommen. Wir haben das mit Flüssig-Makeup abgedeckt, das war dann auch günstig, weil wir beim Abschied von Sjoerd besonders (siehe unten) gut aussahen!!!

Einige haben auch zuviel Wind abbekommen (Zusatz der Lehrer: bauchfrei und mit dünnem T-Shirt), Frau Fischer foltert uns mit ihrem Salbei-Tee, noch schlimmer, jetzt mischt sie sogar Honig und Kamille rein. Brrrrrrrr!

Unsere Geschwindigkeit betrug zeitweise 9,6 Knoten!!!!

Wir haben den friesischen Vla-rekord gebrochen: 10 Liter in nur 5 Stunden! Gerade haben wir nachgetankt.

Natürlich haben wir Fussball angesehen, der Skipper zauberte plötzlich einen kleinen Fernseher aus seinem "Wohnzimmer" - wir haben zwischen Wende und Schleuse mitgefiebert und gesungen: "Football´s coming home" und "You never walk alone". Ein anderes sportliches Ereignis beschäftig uns noch jetzt: Katharinas Stirn hat sich mit dem Knie von Nadine S. angelegt und den Kürzeren gezogen. Jetzt kühlt sie wie eine Weltmeisterin, sie will ja schön bleiben ohne Horn.

Leider ist heute der Liebling aller Mädels von Bord gegangen, der ungeheuer gut aussehende Sjoerd (gesprochen: Schchod mit stimmlosem "d" am Ende) musste in Harlingen das Schiff verlassen, Mama und Papa riefen. Glücklicherweise ließ er seinen Hund zurück, daraufhin fanden die Mädchen das gar nicht mehr so schlimm. Als Ersatz wartete Tatjana am Kai und sie steht nun schon seit einer Stunde am Steuer. Mal sehen, ob wir mit ihr genauso gut auskommen wie mit Sjoerd (gesprochen: Schchod mit stimmlosem "d" am Ende).

Hier ist Alicas Bericht zum Thema Freizeit:

In der Freizeit durften wir viele Sachen machen z.B in die Stadt gehen, lesen (aber das mussten wir ja), sich in der Sonne sonnen, Ballspielen am Land, Musik hören und nachts auf dem Deck schlafen. Ich möchte euch ein bisschen von dem an Deck schlafen erzählen und von Harlingen. Es war am Montag, als Nadine R., Alisa, Anne, Nadine S. und ich uns entschieden hatten auf Deck zu schlafen. In dieser Nacht sollte es sehr feucht werden. Die Jungs machten einen Rückzieher. Aber wir fünf Mädels sind hart geblieben Wir nahmen unsere Schlafsäcke und Isomatten, dann machten wir es uns an Deck gemütlich, guckten in den sternenklarem Himmel und schliefen schon bald ein.

Als wir Sonntag in Harlingen ankamen waren wir alle ein bisschen aufgeregt und wollten die Stadt erkunden, um 23.00 Uhr gingen wir los. Wir haben schon befürchtet das wir uns verlaufen, weil wir das mittlerweile gewohnt sind ;-] Die Straßen waren alle leer, deshalb hatten wir uns in einer langen Kette ein gehackt und sind auf der Straße gegangen. So was würden wir ja sonst niiiiiieeee machen. Auf jeden Fall sind wir wieder heil um 1.00 Uhr zurück gekommen.

Bleibt uns treu!
Eure liebenswerte

Alica!

Vielen Dank für die tollen Rezepte - einige haben sich das aber leicht gemacht und uns mit ihren Vorschlägen nicht viel weitergeholfen. Wenig Mühe hat sich der Kollege Oliver gegeben: Wir sollten doch einfach die Piratenflagge hissen und einen Fischkutter entern - wir gehören zur christlichen Seefahrt! Lecker hört sich das Rezept von Christines Spaghetti an, aber wo ist das Fleich, liebe Frau Leuschner, wir müssen hier alle hart ran, da braucht man was auf die Gabel. Von nix kommt nix!

Gekocht haben wir "Hühnchen an grünem Pfeffer", das Rezept kam von KD, vielen Dank!!!!

Bemerkung der Lehrer: Liebe Mütter und Väter, warum gibt es 13-14jährige Kinder, die nicht wissen, wie man Zwiebeln schneidet???? Kollege Grabowski musste einen Blitzkurs in "Lebenspraktischer Förderung" organisieren in der Art: "Dies ist eine Zwiebel" - da gibt es noch viel zu tun!

Gerade kommen wir an der Hendrik Tjaards Plaat vorbei, da liegen jede Menge Seehunde in der Abendsonne, jetzt waren wir froh, dass unsere Lehrer soviele Ferngläser organisiert hatten und wir alle die Seehunde "ganz nah ranholen" konnten. Zur Zeit sind wir noch 3 Seemeilen von Richel entfernt, da unsere Geschwindigkeit 3 Knoten beträgt (der Wind nimmt ab), werden wir Richel in einer Stunde erreichen (Julian sagt "bald"). Richel wird links neben uns liegen, aber Herr Czierpka meckert schon wieder: Also, das heisst korrekt: An Backbord querab.

Jetzt ist es 21.22 Uhr MESZ und wir sind auf 53 Grad 17 Minuten Breite und 5 Grad 10 Minuten Länge, es geht uns gut und die Abendsonne wird in einiger Zeit untergehen, wir werden den Sonnenuntergang auf See erleben und freuen uns schon.

JETZT ist es passiert, wir waren schneller und waren schon auf der Höhe von Richel, wir konnten die Seehunde ganz nah sehen, einfach süß!

Gute Nacht, wir haben alle Segel gesetzt, weil wir gegen die Flut fahren müssen und zum Wenden müssen alle an Deck. In wenigen Minuten geht die Sonne unter, wann wir ankommen, weiß noch niemand - das wird eine lange Nacht.

Eure 7b, die Begleiter und die Stammcrew inklusive Lola!

Mail von Mittwoch, 26.6.2002

Jetzt ist wirklich Holland in Not. Der Skipper hat das Schiff in den Sand gesetzt und wir mussten Krebse zerkleinern (Jenny ist echt die volle Mörder-Krebs-Zerkleinerin), um zu überleben (später im Video zu sehen).

Spaß an die Seite: Heute Morgen sind wir in Terschelling gestartet, erst spät, denn es war eine kurze Nacht. Das müssen wir aber erst erzählen:
Um 23.00 Uhr sind wir in Terschelling eingelaufen, die Sonne war schon untergegangen und es war eine tolle Stimmung im Hafen, jedenfalls als wir einliefen: Warm, der Wind hatte abgenommen und überall lagen die Schiffe, teilweise mit Lampen und Positionslichtern. Nur auf dem Schiff, an dem wir anlegten, war der Teufel los. Wir wurden gleich von den Jugendlichen angemotzt und angemacht, glücklicherweise gab es doch Betreuer an Bord bei denen, die sie dann irgendwann unter Deck riefen, danach war Ruhe. Aber wir durften nicht an Deck schlafen, unsere Lehrer meinten, das sei unseren Eltern sicher nicht recht, wenn wir in Nachbarschaft dieser blöden Machos draußen schlafen würden. Da waren wir erstmal wieder stinksauer auf unsere Pauker, aber die waren sich einig und auch der Skipper hat zu ihnen gehalten! ERWACHSENE!

Wer Lust hatte, durfte noch die Insel erkunden. Und weil Wijnand uns noch verraten hatte, dass der Aussichtspunkt auch nachts sehr schön ist, musste der arme Käptn Kalle mit uns auf seine alten Tage noch in der Nacht den Berg erklimmen. Es war ein unbeschreiblicher Blick über das Meer in Richtung Vlieland, viele Leuchtfeuer, Schiffe, der Mond - und auch die Lichter von West-Terschelling waren zu sehen - was nicht zu sehen war, waren die Stufen wieder hinunter. Wir waren erst kurz nach eins zurück.

Liebe Mama, lieber Papa, ihr habt bemerkt, wir können jetzt ganz schön lange aufbleiben, das solltet ihr künftig bedenken!!!!

Panne am frühen Morgen: Es waren nur Mohn- und Sesambrötchen in der Tüte, die normalen hatte der Bakker wohl vergessen - habt ihr schon mal Nutella auf Mohnbrötchen gegessen??? Schmeckt sehr exklusiv!

Dann hieß es wieder "Leinen los" und Wijnand hat uns auf eine Sandbank gesetzt, auf 53 Grad 11,108 Minuten Nord und 005 Grad 09,174 Minuten östlicher Länge - sagt das GPS, und dem glaubt sogar der Skipper.

Unter Aufsicht von Baywatch-Nixe Katja Fischer durften wir dann unsere schönen Körper ins Wasser stürzen - es war lausig kalt, mindestens 16 Grad, oder höchstens, wie schreibt man das - egal, es war kalt! Aber das Schwimmen war schön!

Stunden später...
war das Wasser dann abgelaufen und wir sind in kurzer Hose um das Schiff getigert, Lola ist um uns rum gerannt und hat den vielen Platz so richtig ausgenutzt zum Laufen. Und Andrea betont, dass Lola auch etwas anderes gemacht hat, sie hat "ihre Notdurft verrichtet" - und das im naturgeschützten Watt.

Interessant, wie so ein Schiff von unten aussieht. Die Riesenschwerter, jetzt wissen wir, warum das mit dem Kurbeln so schwer geht.

Jetzt wird gegessen, danach wollen wir noch einmal durch das Watt laufen und irgendwie versuchen, ein bisschen Schlaf zu bekommen, weil wir heute Nacht noch weitersegeln. Sobald die Josina wieder genug Wasser unter dem Kiel hat, geht es los, das wird so gegen 22.00 Uhr sein. Im tiefen Wasser wollen wir ankern und Morgen Kurs auf Vlieland nehmen. Das heisst aber auch, dass wir heute Nacht Ankerwache gehen müssen, denn der Wind darf uns nicht vertreiben - das wäre schlimm. Alle zwei Stunden müssen wieder andere aufstehen. Das wird irre!!!! Mitten in der Nacht allein im Watt!!

So, jetzt tschüss - alles steht auch schon im Internet, auch den Tag vorher haben wir nachgeholt. Ach, vor lauter Watt haben wir total vergessen, Fussball zu gucken und wissen immer noch nicht, wer nun im Endspiel gegen Deutschland spielt - selbst unsere verrückten Fußballer!

Bis dann, eure 7 b und alle anderen und Lola

Mail von Donnerstag, 27.6.2002

"Was unbedingt raus will, muss raus" - nach dieser Devise haben einige heute gehandelt - aber der Reihe nach:

Zuerst ein Nachtrag zur gestrigen Mail: Wir ankern, mittem im Meer! Um 22.30 Uhr in der Nacht sind wir losgekommen von unserer Sandbank und haben uns durch die Dunkelheit gekämpft. Der Wind hatte zugenommen. Irgendwann waren wir dann an einer tiefen Stelle außerhalb des Fahrwassers und Wijnand hat den Anker fallen lassen und jede Menge "Kette gesteckt". Er hat uns dann genau erklärt, dass die schwere Kette das Schiff hält und dass der Anker nur dafür da ist, das Ende der Kette an seinem Platz zu halten. Und er hat uns dazu verdonnert, die ganze Nacht aufzupassen, dass das Kettenende auch da bleibt, Ankerwache heisst das.

Wir haben dann Wachteams eingeteilt und die ganze Nacht abwechselnd beobachtet, ob sich das Schiff bewegt. Der Leuchtturm von Vlieland war zu sehen, zwei "befeuerte" Tonnen und ein Schiff, das in der Nachbarschaft ebenfalls vor Anker lag. Und diese Lichter mussten eben immer im selben Winkel zueinander bleiben.

Unter Deck gab es heißen Tee und Kaffee, und die Wachcrews durften die ganze Nacht Vla essen und auch sonst den Kühlschrank plündern.

Schwierig war, dass nicht alle geweckt werden konnten, einige haben einfach sooo tief geschlafen, dass sie "nicht weckbar" waren....

Beim Frühstück gab es viele zerknitterte Gesichter, einige sahen ganz schön verschlafen aus.

10.30 Uhr kam dann das Kommando "Anker auf" und wir fuhren los in Richtung Vlieland.

Der Wind hatte deutlich zugenommen und "Brandaris", die Verkehrszentrale kündigte 1,60 Meter hohe Wellen im Stortemaelk an. Wir wissen jetzt, warum das Seegatt (Wasserstück zwischen den Inseln, dadurch werden bei Ebbe und Flut immer die Wassermassen zwischen die Inseln ins Watt gedrückt - haben wir jedenfalls in GL gelernt), also warum das Seestück Stortmaelk heißt, das bedeutet nämlich soviel "umgestürzte Milch". Bei uns ist mehr umgestürzt, Schränke gingen auf, die Töpfe polterten in Pantry, wir mussten Schwimmwesten tragen und das Schiff hat sich mächtig auf die Seite gelegt. Aber Wijnand hatte die Situation voll im Griff und als wir dann auch noch die enge Hafeneinfahrt von Vlieland ohne Probleme hinbekamen, waren wir ganz schön stolz auf unseren Skipper! Herr Czierpka hat alles gefilmt, auch die ganz hohen Wellen. Und die kamen uns ganz schön gewaltig vor. Und einige haben eben auch was von sich gegeben - Wijnand hat uns hinterher erzählt, dass das selbst alten Seebären manchmal so geht, also gar nicht schlimm ist.

Heute gibt es Kartoffeln mit einer knoblauchgeschwängerten Quark-Yoghurt-Sauce, irgendwelche Leute haben uns das Rezept gemailt. Überhaupt haben wir sehr viele Emails bekommen, viele mit Rezepten. Danke!! Achso, vielleicht sollten die, die uns Morgen abholen, etwas mit Knoblauch essen, in dem Essen sind mindestens 20 (!) Zehen. Das würde das Umarmen sicher erleichtern!

Völlig unpassend sind die Würstchen dazu, aber die hat Herr Grabowski nur gekauft, weil sie von der Firma "Frank" sind oder so heißen, auf jeden Fall steht groß FRAnK drauf und gerade hat er sich von Herrn Czierpka (Käptn Kalle) mit einer Dose von den Dingern fotografieren lassen. 50 Stück müssen wir essen!!!

Im Augenblick läuft mal wieder schöne Musik, wir sind ja so was wie eine schwimmende Disco, gestern Abend haben wir selbst gesungen (für das Video), wir durften sogar "Ohne Holland fahr´n wir zur WM" singen, hat uns ja keiner gehört mittem im Meer.

Bemerkung der Lehrer: Schön, dass einige Kinder eine gute musikalische Sozialisation erfahren haben, 14jährige aus voller Kehle "San Francisco" singen zu hören, ist schon ein Erlebnis, der gute alte Scott McKenzie hätte Tränen in den Augen und die Flower Pot Men würden Purzelbäume schlagen vor Glück (wenn es die Bandscheibe noch zuließe). Besser auf jeden Fall als "Bastard" von Motörhead, die Scheibe hört sich so an wie man sich die "Musik" bei diesem Titel vorstellt.

Gestern Abend gab es übrigens noch selbst gefangene Krebse, Isaac hat uns gezeigt, wie man sie zubereitet und isst, die waren richtig lecker!

Ach ja, eines haben wir nicht geschafft auf diesem Törn: In die Disco gehen. Aber Herr Czierpka hat schon versprochen, dass er mit uns bei nächster Gelegenheit in den Sound-Garden geht - irgendwann müssten wir ja mal lernen, wie man sich in einer Disco bewegt und so...

So, das letzte Newsletter kommt Freitag aus dem Bus, wir laden es während der Fahrt hoch, so ab 17.00 Uhr wird es bis gegen 19.00 Uhr ankommen. Und bitte an unseren Tipp mit dem abendlichen Essen denken, siehe oben!!!! Wir haben euch gewarnt!!!!!!!!

Mail von Freitag, 28.9.2002

Leider schreiben wir nun diese Mail - unser Törn ist vorbei und wir sitzen im Bus in Richtung Dortmund - wir hätten gerne noch eine Woche drangehängt. Die letzte Fahrt von Vlieland nach Harlingen bei Windstärke 7 und Böen bis 8 war ganz schön stürmisch - aber niemand wurde seekrank! Wir sind seefest!!! Doch davon Morgen mehr.

Es war einfach schön!

Wir haben draußen geschlafen, über uns die Sterne, haben den 40-Meter-Klipper durch den Hexenkessel Stortemelk gesegelt, im Watt trocken gelegen und das Wattleuchten in den Salon geholt, wir haben Krebse gefangen (und gegessen), gekocht wie die Weltmeister, wir haben zusammen gesungen und Einkäufe geschleppt, Zwiebeln schneiden gelernt, im Meer gebadet - es war toll. Und ein Riesenglück mit dem Wetter gehabt - Sonne satt und jede Menge Wind.

Und noch mehr Glück hatten wir mit dem Schiff und dem Skipper. Die Josina war riesig, wir hatten viel Platz und konnten uns so richtig breit machen. Die Kojen waren breit und selbst für unsere langen Lehrer lang genug - prima Duschen und eine tolle Küche. Und der Skipper Wijnand? Ein netter Kerl, der uns alles erklärt hat und sogar unsere Wanderungen mitgemacht hat. Und wir haben ihn bewundert, weil er das Schiff durch die hohen Wellen im Stortemelk gesteuert hat und trotzdem noch Zeit hatte, uns zu erklären, warum die Wellen da so hoch sind und warum das Stortemelk Stortemelk heisst. Und selbst wenn wir uns wirklich blöd angestellt haben - Wijnand blieb lustig und fröhlich und er hat immer brav unser Essen gegessen - ohne zu meckern. Er hat uns sogar gelobt!

Also, wir würden Morgen wieder starten!

Trotzdem freuen wir uns auch ein bisschen auf zu Hause oder "überhaupt nicht" (Julian), aber eigentlich "wollen wir noch ein paar Wochen hierbleiben" (Dennis).

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