Von Dortmund an den Dollart

Etappe 1: Dortmund-Rheine

Reisebericht von Karl-Heinz Czierpka

Eigentlich war hier ja ein Treffen mit der radelnden Abteilung angesagt, aber das klappt angesichts der weit geöffneten Schleusentore jetzt nicht mehr, also nur kurz am Ufer vorbeigefahren, ein paar Zurufe, und dann...

...ab in die Schachtschleuse Henrichenburg. 13,75m Höhenunterschied gilt es zu überwinden. Schnell an meiner Schokoladenseite (Backbord) fest gemacht. Ziemlich blöd von mir, denn auf der anderen Seite gibt es:

SCHWIMMPOLLER! Aber das muss mah erst ein mal wissen, und wenn man allein in eine Schleuse einläuft, hat man genug zu beachten. Schließlich steht niemand vorn am Bug und legt die Leine und kann ein missglücktes Manöver wieder rausreißen. Oft hat mich Ute gerettet, die auch noch mitten aus der Kammer heraus die Leine um die Poller werfen kann. So aber muss alles auf Anhieb klappen - und da kann man schon einmal etwas übersehen. Nächstes Mal weiß ich es besser. Und jetzt heißt es Leinen umhängen statt locker auf den Schwimmpoller zu vertrauen.

"Schleusenpark Waltrop", zwei Schleusen (von 1914 und 1989) und zwei Schiffshebewerke (von 1899 und 1962) sind hier zu sehen. Das Luftbild (mit freundlicher Genehmigung des Wasser- und Schiffahrtsamt Duisburg-Meiderich www.wsa-duisburg-meiderich.de) zeigt rechts den von Dortmund kommenden Zweig des DEK, der dann nach Passieren der Staustufe nach oben wieder aus dem Bild verschwindet. Nach unten schließt sich der Rhein-Herne-Kanal RHK an, der hier vom DEK abzweigt.

Die verschiedenen Abstiegsbauwerke auf dem Bild (von oben nach unten): Neues Hebewerk mit 90m langem Trog, Neue Schleuse Henrichenburg (190m lang), Alte Schachtschleuse (nicht mehr mit dem Schiff befahrbar, mitten durch die Schleusenkammer von 1917 führt heute ein Fuß- und Radweg - mit Fahrrad oder Inliner den Asphalt in der alten Schachtschleuse hinunter rasen ist ein Erlebnis der besonderen Art) und schließlich ganz unten das alte Hebewerk (alles kann besichtigt werden!).


Luftbild mit freundlicher Genehmigung des Wasser- und Schiffahrtsamt Duisburg-Meiderich

Das Schiffshebewerk Henrichenburg wurde als erstes Bauwerk dieser Art in Deutschland errichtet, Beubeginn war von 1894. Es galt für die damalige Zeit als technisches Wunderwerk und wurde zusammen mit dem Dortmund-Ems-Kanal im Jahre 1899 durch Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Nach der Stillegung im Jahre 1970 verfiel das Hebewerk, bis der Landschaftsverband Westfalen-Lippe neun Jahre später beschloß, das technische Kulturdenkmal als einen von insgesamt acht Standorten des Westfälischen Industriemuseums aufzubauen. Hebewerk, Maschinenhaus und historische Schiffe mußten restauriert und rekonstruiert werden, bis 1992 das Museum eröffnet wurde. 1995 erhielt es den international angesehenen Sonderpreis als "Europäisches Museum des Jahres". Wenn es die Zeit erlaubt, ist eine Besichtigung ein absolutes MUSS!

Informationen zum Schiffshebewerk und zum Schleusenpark: www.waltrop.de/3fr/schleusenpark und bei Wasser- und Schiffahrtsamt Duisburg-Meiderich: www.wsa-duisburg-meiderich.de

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