Sommertörn 2005 - Niederlande Nord-West

Etappe 1: Von Rünthe nach Friesland

Bericht von Karl-Heinz Czierpka

Das Gedränge ist größer geworden - alles was schwimmt ist auf dem Wasser - hier auf der IJssel mit Einschränkungen, aber gleich wird es extrem. Und man fährt holländisch, es ist für mich in den ersten Tagen in den Niederlanden immer erst eine Zeit der Gewöhnung. Man fährt wie man Spaß hat und wenn der Vordermann einen Zehntel Kilometer in der Stunde weniger macht - na dann muss man da doch dran vorbei. Dass die Entgegenkommer nach der gleichen Regel verfahren macht es manchmal ein wenig eng.

Dieser Zeitgenosse hier etwa fuhr mit ca. 8km/h auf der linken Seite des Fahrwassers und als ich dann rechts an ihm vorbei ging (links kam zudem eine Fahrwassereinengung) zeigte er entrüstet auf die andere Seite und meinte, in Holland würde links überholt. Ich konnte mir die Bemerkung nicht verkneifen, dass in Holland auch rechts gefahren wird. Doch das wurde messerscharf und blitzgescheit gekontert: Hier sei man nicht in Deutschland! Sag´ ich doch!

Kilometer 980,5 - Ortslage Zwolle - abbiegen in den Zwolle-IJsselkanal um auf das Zwarte Water zu kommen. Dazu müssen wir uns in der Spooldersluis 20 cm absenken lassen. Nur Sportboote drin und mal wieder typisch: Das 8m Boot vorn lässt etwa 70 Meter "Sicherheitsabstand" zum Untertor und mein Vordermann legt die Lady Juli Jess an den ersten Poller, den seine Frau zu fassen kriegt. So muss ich notgedrungen an Steuerbord anlegen, nicht die Schokoladenseite der Tremonia. Dass der dickbäuchige Skipper der Lady Juli Jess den Motor laufen lässt und Lady Juli die Leine um die Badeleiter herum führt, möchte ich nur am Rande erwähnen.

Interessante Leinenführung: Während des gesamten Schleusens ließ Lady Juli die Leine über die Badeleiter und um die Relingstütze laufen - könnte ein Problem werden in einer "richtigen" Schleuse! Aber ok, ich will ja nicht mehr soviel meckern!

Nur noch einmal: Beim Auslaufen immer wieder das schöne Erlebnis der besonderen Art - während die Talfahrer in langer Reihe die Schleuse verlassen ziehen die Bergfahrer schon mal ein bisschen vor, nur ein bisschen (der Nachbar könnte sich ja sonst vordrängen, obwohl oder gerade weil er im Schleusenrang ganz hinten liegt), aber dieses Bisschen reicht, um den Ausfahrenden nur eine schmale Gasse zu lassen. Kein Problem. Dumm nur, wenn der erste oder zweite (und ist ist immer der erste oder zweite) gerade einen schönen Platz zum Festmachen entdeckt weil ja der Hund schon seit einer Stunde seine Notdurft verrichten muss und dann die Crew munter diskutiert, mit welcher Seite man wohl dort anlegen sollte und der Skipper schon mal vorausschauend etwas Gas wegnimmt - nur etwas - aber genug, dass es weiter hinten echte Probleme geben kann. Heute nicht, kein Wind, keine Strömung, alles geht gut. Ich wollte ja auch gar nicht mehr meckern, ich wollte es nur mal kurz schildern wie das so geht hier in der Spooldersluis an der IJssel in Zwolle aber sicher auch in vielen anderen Schleusen an diversen anderen Flüssen oder Kanälen (nicht nur in Holland).

weiterlesen

1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 |

Zurück zur Auswahlseite

Der Reisebericht ist Teil der Domain www.czierpka.de. Das Copyright liegt bei Karl-Heinz Czierpka, es gelten die im Impressum und in der Erklärung zum Datenschutz aufgeführten Grundsätze. Wir sind unterwegs mit dem Motorkreuzer Tremonia.