Sommertörn 2005 - Niederlande Nord-West

Etappe 3: Über die Vecht durch das "Groene Hart" Hollands

Bericht von Karl-Heinz Czierpka

Hausschiffe liegen an der Vecht und wir finden wenige hundert Meter hinter der Brücke einen schönen Anleger und machen fest. Genug für heute. In unmittelbarer Nachbarschaft weiden Pferde, Stuten mit Fohlen und ein paar Einjährige, die ungestüm auf der Wiese herumtoben. Schönes Bild. und schönes Wetter - die Wolken haben sich verzogen und seit dem frühen Nachmittag ist es wieder da, das schöne Sommerwetter.

Und auch beim Sonnenuntergang stehen mir die Pferdefamilien als Vordergrund zur Verfügung - den ganzen Nachmittag sind Boote an uns vorbeigezogen, wo wollen die alle hin? Für deutsche Verhältnisse unvorstellbar, was hier auf dem Wasser unterwegs ist. Mittlerweile hat die Schleuse geschlossen und es wird ruhig auf dem Wasser.

Als wir am Morgen gegen "Zehn Einhundert" - wir wir auf See sagen - für Landratten: 10.00 Uhr - ablgene, sind wir fast die letzten, die vom Steg weg kommen. In der Nacht war der gesamte Anleger dicht belegt, nun lassen wir einen einsamen Segler zurück. Aus der Schleuse kommen schon wieder neue Schiffe

Aufgeweckt wurden wir durch diese Blesshuhnfamilie, anscheinend werden die lieben Kleinen entwöhnt, ständig betteln sie sie Alttiere mit klagenden Rufen um Futter an - und werden abgewiesen. Sie tun mir richtig leid, wie sie da so erfolglos und hungrig zu zweit hinter ihren Rabeneltern herschwimmen. Bis sie dann etwas Fressbares finden und sich wie die Wilden darum streiten, echte Raptoren-Qualitäten kommen da bei den "süßen Kleinen" zum Vorschein. Die werden sich schon durchbeißen! Blesshühner fallen immer wieder auf, sie sind schrecklich schwerfällig und brauchen zum Start für einen Flug auf jeden Fall die kräftige Unerstützung des Fahrwerkes - und das machen sie mit ziemlich wenig Eleganz - sieht irgendwie plump aus. Dazu kommt, dass ie ziemlich blöde sind, denn sie fliegen dann immer nur 40 bis 50 Meter weit voraus, landen und stehen wenige Minuten später wieder vor der Aufgabe eines hastigen in die Luft wuchtens des Hühnerkörpers.

Ach so, kleiner Tipp am Rande: Wer direkt nach Amsterdam will, kann das über Muiden sehr schön machen und muss nicht übers offene Markermeer und in die gewaltigen Oranje-Sluisen: Es gibt eine kleine Kanalverbindung, die Muider Trekvaart, die direkt von Muiden auf den Amsterdam-Rijnkanaal führt.

Allerdings werden die Brücken nur stundenweise bedient - und sie werden noch richtig gekurbelt. Alles echte Handarbeit! Entriegeln der Brücke, Klarmachen der Ampelanlage, Bedienen der Schlagbäume und das Heben und anschließende Senken der Fahrbahn!

Und weil das soooviel Arbeit ist, wird als erstes beim Eintreffen der Brückenwärterin der Holzschuh startklar gemacht, denn es handelt sich hier um ein mobiles Modell, das gut auf dem Fahrrad mitgenommen werden kann und dessen Stange zusammenklappbar ist. Also: Erst ausklappen, dann kommt der Rest!

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