Ter Apel ist ein geschäftige Stadt, hinter der "ersten Reihe" am Kanal gibt es eine Parallel-Welt mit all den weniger illustren Geschäften, da sind die Discounter mit den vier Buchstaben und zwei große Vollsortimenter und der Pet-Shop und Spielhallen und so weiter. Auf jeden Fall: Alles da und die Versorgung ist bestens, kein Problem, den Wind hier abzuwettern!

Wie überall wo Deutsche sich in der Vergangenheit umgetan haben auch hier die Erinnerung: An dieser Stelle stand die Synagoge von Ter Apel, der Stein erinnert an die ermordeten Juden aus Ter Apel - wie überall wurden komplette Familien umgebracht. Hier haben die Schicksale konkrete Namen: So der 67jährige Mozes Vrenkel, der mit seiner Frau Grietje de Jong und Sohn Heiman Vrenkel zusammen in Ter Apel lebte. Heiman heiratete wiederum ein Mädchen aus dem Ort, Roosje Tof, mit der er drei Kinder hatte: Johanna (10), Greta (7) und Mozes (3), nach dem Opa benannt - alle sieben ermordet. Neben vielen anderen Familien sind ihre Namen auf dem Stein zu finden. Macht mich immer wieder traurig, egal wo man hinkommt in Europa, überall die Spuren meiner Väter-Generation!

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