Ein paar Daten und Bilder zum Boot und zum Vercharterer

Mit etwas skeptischem Blick steigen im Juni in Sneek über die Reling der Finally - das erste Charterboot nach einem eigenen schwimmenden Untersatz hat es wirklich nicht leicht! Schließlich stattet man ein eigenes Boot exakt nach den eigenen Bedürfnissen aus und unsere Tremonia war optimal auf unsere Wünsche und Vorstellungen hin ausgerüstet. Da kann ein Charter-Boot natürlich einfach nicht mithalten, also bleiben wir fair und geben der Finally eine Chance!

Sehr schön die zweckmäßige Pantry mit viel Abstellfläche. Das helle Holz macht einfach eine schöne Atmosphäre an Bord, die sauberen Schreinerarbeiten - man beachte die formschöne Ablage als Trennung zwischen Küche und Couch - das alles sorgt schnell für ein heimeliges Gefühl an Bord. Die Bullaugen sind alle zu öffnen, die mittlere Frontscheibe ebenfalls so dass es selbst bei Regen kein Problem ist, das Boot zu lüften. ABER: Die Finally ist "überkomplett" ausgestattet, es gibt allein 34 Gläser und 12 Tassen an Bord eines Schiffes für 2-4 Personen! Das haben wir natürlich geändert und wie schon früher auf Charterbooten wandert eine große Kiste mit allem Inventar, das wir nicht brauchen (Aschenbecher, hier: Gläser, Blumensträuschen und und und) ins Auto - das schafft Platz.

So kann ein großes Fach für Vorräte frei gemacht werden und es gibt Platz für zwei Kaffeepötte, die wir uns als erstes kaufen, denn noch etwas fällt auf: Es gibt nur kleine Tässchen für Mini-Kaffee-Mengen - nicht das was wir gewohnt sind. Als wir nach der Rückkkehr diesen Punkt ansprechen stellen wir fest, dass es sich um ein typisch Deutsch-Niederländisches Problem handeln muss, denn auch im Büro des Vercharterers werden die schon nur normal großen Tassen nur dreiviertel gefüllt - da gibt es dann was die Trinkmengen angeht doch deutliche Unterschiede zwischen Frau Antje und Herrn Mustermann - und das ist auch gut so!

Auch hier saubere handwerkliche Arbeit: Ablage an der Sitzgruppe, gegenüber Kühlschrank und viel weitere Ablage-Fläche. Insgesamt ist der Stauraum beachtlich, da vor allem links und rechts der Doppelkoje tiefe Staufächer vorhanden sind, gut geeignet für viele Dinge des täglichen Lebens.

Die große Rundsitzgruppe in der Plicht, mit ein paar Kissen wird sie schnell zur gemütlichen Liegefläche zum Sonnen und Lesen und so unser liebster Platz. Die stabile Reling ringsum, kombiniert mit den Handgriffen auf dem Dach, vier Poller und zwei Mittelklampen für die Leinen - klasse. Angetrieben wird die Finally von einem 44kW Daimler, er bewegt die neun Meter souverän. Dusche, WC, Landstrom - alles da.

Einen kleinen Ausreißer in Sachen Qualität aber haben wir doch gefunden, es ist nicht der abgebildete Schalter aber das Aggregrat dahinter: Eine Eberspächer-Diesel-Heizung. Dieses Teil hat in seinem ersten Leben eine sojwetische SS20 angetrieben oder war mindestens ein 737-Triebwerk - will sagen: Die Heizung macht einen Lärm jenseits von Gut und Böse - haben wir jedenfalls anfangs gedacht. Wenn man sie einschaltet und das Thermostat hochdreht, passiert erst gar nichts, irgendwann dreht sich ganz langsam der Lüfter und wird schneller (und lauter) und schneller (und noch lauter) und immer so weiter. Erst im Laufe der Zeit haben wir heraus bekommen, wie die Heizung so zu steuern ist, dass die Lautstärke nicht stört. Dennoch wurde die Eberspächer zum "running Gag" des Törns, wenn es morgens zu kalt war im Boot oder es abends kühl wurde hieß es nur: Lass sie mal kurz fliegen....

Ansonsten hat uns der Kreuzer viel Spaß gemacht, vor allem die offene Plicht und der fast stufenfreie Durchgang sowie die großen Fensterflächen und der Innenausbau aus hellem Holz, das ist alles schon sehr gemütlich! Fahrtechnisch überraschte der ausgeprägte Radeffekt sowie die Tatsache, dass das Boot sehr empfindlich auf das Herumgehen an Bord reagiert - hier macht sich der wenig ausgeprägte Kiel bemerkbar. Der gleiche Umstand ist aber auch für die hervorragende Manövrierfähigkeit verantwortlich. Ich habe es genossen, dass sich dieses Boot durch schnelle Reaktion auf die Bewegung der Ruders hervorragend steuern lässt. Gerade in den engen und kurvenreichen Fahrwasssern mit schmalen Brücken (gern direkt in den Kurven) hat sich das als sehr positiv heraus gestellt. Fazit: Für zwei Personen hervorragend geeignet und sehr gut ausgestattet - für vier Personen nur eingeschränkt geeignet, da sich alles in einem Raum befindet (Ausnahme WC und Dusche) - Salon, Pantry und Doppelkoje.

Yachtcharter Sneek verfügt über eine große Flotte von zum Teil sehr niedrig gebauten Booten in allen Größen, ideal für das Revier der kleinen Kanäle und auch für die Turfroute. Seit mehreren Jahren inserieren die Sneeker auf meiner Turfrouten Seite. Der Telefon- und Emailkontakt war von Beginn an sehr herzlich. Vor zwei Jahren, als ich mit der Tremonia in den Niederlanden war, habe ich in Sneek fest gemacht und mir die Schiffe selbst angesehen und war begeistert über die Qualität der Boote und über die herzliche Atmosphäre vor Ort. Dies können wir nun auch als Charter-Kunden bestätigen. Ein nettes Team, das auch bei Problemen schnell hilft (siehe Bericht).

Dass Yachtcharter Sneek für Familien (und Senioren) interessante Angebote im Programm hat macht die Sneeker noch sympathischer. Was sie aber wirklich herausragen lässt ist die gute Vorbereitung des Törns, sei es in Telefongesprächen oder durch Email-Anfragen oder durch die sehr gut ausgearbeiteten Routenvorschläge, die als Mappen an Bord kommen.

Vier Sterne!


Kleine Aufmerksamkeit an Bord von Yachtcharter Sneek

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