Middelseerûte - Ljouwert - Snits - Dokkum: Friesland Ostern 2009

Bericht von Karl-Heinz Czierpka

Wir haben mit den Sneekern verabredet dass wir schon am Vorabend kommen dürfen, netter Zug von Yachtcharter Sneek, aber man ist hier auf Kundenorientierung getrimmt. Sonderwünsche werden erfüllt, wenn es irgend wie möglich ist. Daher überrascht es auch nicht, dass ein großer Prozentsatz der Kunden nicht zum ersten Mal hier chartert. Auf jeden Fall genießen wir die Nachmittagssonne schon im Cockpit der Aaltje und freuen uns über unsere gute Wahl. Direkt daneben liegt die Finally, mit der wir im letzten Sommer unterwegs waren. Bei fast gleicher Länge bietet die Aaltje einiges mehr an Platz, dieses Boot, eine Simmerskip 950, ist ein Bau der eigenen Werft, viele praxiserprobte Details zeigen die große Erfahrung der Sneeker im Chartergeschäft: So etwa hat die Aaltje eine Innenkühlung, kein Seewasserfilter kann verstopfen wenn es mal wieder durch kleine fast zugewachsene Kanäle geht - ein Boot für die wirklich abgelegenen Reviere, die von anderen kaum befahren werden können. Dafür sorgt auch die niedrige Bauhöhe von 2,40.

Dieses Prinzip findet man auch bei den anderen Booten von Yachtcharter Sneek - fast alles Eigenbauten, unverkennbar die Handschrift der Werft. Und unverkennbar auch der Einfallsreichtum der Erbauer, so gibt es sogar ein Boot mit eingebautem Wickeltisch! Alle eint neben dem Tulpenbug die niedrige Bauhöhe, auch die Boote mit Achterkajüte haben 2,40 als Maß der Dinge in Sachen Aufbauhöhe. Das garantiert auch in der Hochsaison Ruhe und Einsamkeit. In den kleinen Häfen dieser U-2,50-Reviere wird man selbst im Juli immer einen Liegplatz finden.

Selbst mit Achterkajüte, hier eine Simmerskip 1200, stehen die niedrigen Brücken nicht im Weg. Und sieben (!) feste Kojen lassen auch Großfamilien vernünftig schlafen, durch Umbau der Sitzgruppe im Salon kann man notfalls zwei weitere Kojen hinzu gewinnen. Und in noch einem Punkt sticht Yachtcharter Sneek deutlich heraus: Mit dem ersten Hybrid-Boot betritt man Neuland auf dem Chartersektor, die vielbeachtete Simmerskip 1200 wird durch zwei Elektromotoren angetrieben, acht Stunden lang kann sie mit 9km/h fahren ehe sie an einen Landstromanschluss muss. In Notfällen hilft auch ein Generator an Bord dem Boot wieder auf die Sprünge. Überall ein vielbestauntes Schiff! Und noch etwas gilt für die Simmerskip-Flotte: Sie liegen unheimlich gut am Ruder und es macht einfach Spaß mit ihnen zu manövrieren. Klar, niemand kann das so wie Sytze Kool, Chef von Yachtcharter Sneek - wer ihn beobachtet wie er seine Schiffe im engen Werkshafen an die Fingerstege legt sieht auf den ersten Blick: Da ist ein Meister seines Faches am Werk, aber dem Kundigen ist auch klar, dass dies nicht mit jedem Boot machbar ist. Die Simmerskips haben einen durchgehender Kiel, der für eine enorme Kursstabilität sorgt die sich auch und gerade bei Wind bezahlt macht. Und beim Einparken, vorwärts, rückwärts - Sytzke hat es wirklich drauf. Und wo wir bei den Menschen sind: Zusammen mit seiner Frau Greta führt er den Betrieb, zwei waschechte Friesen, die auch mal gerne selbst für ein paar Stunden mit einem ihrer Boote auf Tour gehen. In der Saison aber kaum möglich, denn wenn die Flotte im Hafen liegt und für die nächsten Gäste Klar-Schiff gemacht werden muss gibt es jede Menge Arbeit. Mit dabei ist Fritz (von dem ich immer noch kein Foto gemacht habe), Gastarbeiter in Friesland aber auf dem besten Weg selbst ein Friese zu werden - Sprachprobleme wird es also nicht geben, da ist eben Fritz vor.
Doch genug der Vorrede, wir wollen los.

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Der Reisebericht ist Teil der Domain www.czierpka.de. Das Copyright liegt bei Karl-Heinz Czierpka, es gelten die im Impressum aufgeführten Grundsätze. Wir sind unterwegs mit dem Motorkreuzer Aaltje von Yachtcharter Sneek.