Brücken? Ich liebe Brücken!

Etappe 1: Von Henrichenburg nach Sneek

Das Frühjahr ist nun wirklich da, und mit ihm alle Vögel und all- überall auf den Tannenspitzen - nee, das wäre deutlich übetrieben, sagen wir: auf manchen Wipfeln ist keine Ruh´, denn da sitzen sie, Herr Adebar und seine Gattin. Auf den Wiesen am Fluss staksen sie herum auf der Suche nach Kröte, Frosch und Co. und bauen ansonsten an ihrem Nest

Auch die tun das was man im Frühjahr so tut - dem Winterspeck den Kampf ansagen. Und in NL passiert das dann eben so - hunderte von Radfahrern, alle zünftig in der üblichen Radfahrermontur gewandet zischen auf dem Deich vorbei, immer hübsch separiert in 10er Pulks, es mag auch mal einer mehr oder weniger gewesen sein, egal, so jedenfalls kämpfen diese Jungs gegen die Tendenz der Six-Packs, sich in einer einzigen aber dafür großen Welle zu vereinigen. Eigentlich eine gute Idee Freunde, aber schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt. Bei der deutlichen Mehrheit der Bevölkerung setzt sich die genetisch vorgegebene Konzentration auf das Wesentliche durch - und das heißt: Schwimmring! Könnt ihr jetzt noch so energiesch widersprechen, diesem Vorgang ist kaum Paroli zu bieten. allenfalls die Größe besagter Wölbung lässt sich beeinflussen - und da seid ihr auf einem guten Weg. Haltet das die nächsten dreißig Jahre durch und ihr werdet auch dann noch nett anzusehen sein...

Auch das hat was mit der Jahreszeit zu tun - auf allen Campingplätzen werkeln sie, haben Hammer und Säge das Sagen, sind unsere landgebundenen Kollegen, die Kapitäne der Landstraßen und Autobahnen dabei ihre teilweise immobilen Mobile für die Saison fit zu machen.

Langsam senkt sich die Sonne - so ganz lange sollte ich nicht mehr fahren. In Zutphen will ich eigentlich im Yachthafen Gelre fest machen, doch der sieht im Blick von der IJssel sehr voll aus und bei diesem böigen Wind habe ich keine Lust in die enge Einfahrt zu fahren, also weiter bis zum Marshaven. Da ist das alles kein Problem, viel Platz und einfaches Anlegen am Längssteg. Leider mache ich einen Fehler, erliege der Versuchung und gehe in die "Kantine". Zunächst nur für ein Bier aber ich gebe zu dass da schon die Absicht war, ggf. auch etwas zu essen. Die fröhlich pfeifende Wirtin bringt dann auch ein Zigeunerschnitzel zu Stande, typisch "holländische Küche" - also aus der Tiefkühlung und ab in die Mikrowelle und weil es "Zigeuner" ist hat die Panade die Gewürze und den opitischen Effekt gleich mit drin, also rote und grüne und andersfarbige Einsprengsel. Der Salat entpuppt sich als eine Ansammlung von ein paar Silberzwiebeln und einer Kugel Erdbeereis. Nein, natürlich sieht es nur so aus, es ist eine Masse in der sich auf jeden Fall einige Möhrenstückchen befinden und etwas in Richtung Krautsalat, wahrscheinlich schon als Kugel geformt im Gastronomiefachhandel erhältlich. Egal, die Pommes sind klasse und die Majonaise auch. Das Bier ist so wie sie es eben hier brauen (einige wenige Produkte niederländischer Braukunst nehme ich da bewusst mal aus - Vakmanschap ist eben immer noch meesterschap) - es schmeckt wirklich nur wässrig und macht keine Lust auf mehr. Da war das Essen vor Jahren in Gelre schon um Klassen besser, aber eben dieser beschissene Wind...

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