Sommertörn 2011 - Wir machen rüber - ab in den Osten

Etappe 3: Von Dömitz auf der Müritz-Elde-Wasserstraße MEW nach Waren

Stadtmarina Lübz - spät sind wir angekommen und dann auch noch bei strömendem Regen. Ich hatte die Marina völlig anders in Erinnerung und muss erst einmal umschalten: Sehr enges Hafenbecken, schon sehr voll und man kann nur mit dem Heck anlegen, Seitenstege gibt es kaum bis gar nicht und wenn sie da sind dann fast auf Höhe des Wasserspiegels wegen des Hochwassers. Und nur wenige Dalben die dazu keinen richtig soliden Eindruck machen. Die Nachbar helfen, trotz strömenden Regens nehmen sie die Leinen an und so können wir bei extrem böigem Wind sicher fest machen. Von hier wird Ute morgen für einige Tage nach Dortmund fahren und ich werde dass Boot Einhand nach Waren fahren - das jedenfalls ist der Plan.

Die Marina ist Stützpunkt von blue-line - entsprechend viele Charterschiffe liegen hier und manövrieren im engen Becken. Da bin ich ziemlich froh einen Platz weit am Ende erwischt zu haben - obwohl man da nichts mitbekommt, jedenfalls von den ein- und auslaufenden Booten. Die Crews müssen alle bei uns vorbei wenn sie zum Waschhaus oder zum Einkaufen pilgern. Wenn ich als bekennender Frühaufsteher mit meinem frühen Tee gegen 0530 im Salon der Tremonia sitze und die Texte für den Reisebericht tippe sehe ich sie alle verschlafen zum Klo tapern, die Männer im besten Granufink-Alter ebenso wie die süßen Mädchen mit ihren niedlichen Pyjamas die sich hier auf den Weg über den Steg machen wie zu Hause von einem Zimmer zum anderen. Und sich erschrecken wenn ihnen ein alter Sack freundlich zublinzelt. Auf dem Foto übrigens legt gerade die Harald Juhnke an, ein Boot mit VW-Motor (165-5) und zusätzlichem Elektromotor für geräuschlose Hafenmanöver. Davon hat man dem Skipper bei der Einweisung allerdings wohl nichts erzählt, es gibt ein übles Gekreische und Motorengeheule und dazu Rufen und Schreien...

...bis das Teil mit viel Hilfe von Land aus in der Lücke liegt. Torkelte an den Liegeplatz wie sein Namensgeber...Jaja, ich weiß, aber diesen Gag MUSSTE ich doch jetzt bringen, oder? Ach so, noch zum Thema Alkohol (wie komme ich auf Alkohol?): Das hier am Ort gebraute Pils gehört zu den Ostprodukten die Einzug bei uns gehalten haben, das Lübzer Pils, ein mildes weiches Pils das ich dann und wann sehr gerne trinke. Diese Pils ist genauso bei uns zu finden wie das kaltgeriebene Apfelmus vom Spreewaldhof, ohne Zuckerzusatz, schmeckt so wie das was "unnsa Omma imma" gemacht hat - einfach lecker. Und Spreewaldgurken find´ ich lecker. Also wer sagt wir Wessis haben nix vom Osten übernommen leigt nicht ganz richtig. Nur für den Rotkäppchen-Sekt konnte ich mich nicht erwärmen...*

*Das ändert sich in Schwerin, da finde ich durch Zufall in der übergroßen Sortenvielfalt eine bisher ungekannte Variante mit roter Mütze: Rotkäppchen Flschengärung Riesling trocken - der war so was von lecker, den werde ich mir in Dortmund mal beschaffen, zumal der Preis mit gut vier Euro für DAS Geschmackserlebnis konkurrenzlos ist! Vielleicht werden wir doch noch Freunde, das Rotkäppchen und ich!

weiterlesen

4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24

Zurück zur Auswahlseite

Der Reisebericht ist Teil der Domain www.czierpka.de. Das Copyright liegt bei Karl-Heinz Czierpka, es gelten die im Impressum aufgeführten Grundsätze. Wir sind unterwegs mit dem Motorkreuzer Tremonia 2.0