Berlin - Sommertörn 2012

Etappe 3: Durchs Havelland - des Heiligen Römischen Reiches Streusandbüchse
Über die Unter-Havel-Wasserstraße bis auf die Ketziner Havel

Der Weg in die Stadt ist kurz - man liegt praktisch mitten drin. Einfach über die Jahrtausendbrücke und auf der Hauptstraße in die City. Ehrlich: Ich hatte Brandenburg nicht annähernd so sympathisch in Erinnerung. Viele kleine Läden, jede Menge Straßencafés - ein schönes Flair. Wenn nicht ständig Regenschauer niederprasseln würden wäre es etwas gemütlicher aber irgendwie arrangiert man sich mit dem "Sommer" 2012 und die Gaststättenbetreiber haben es voll drauf -wenige Minuten nach einem Schauer sind die Stühle trocken und die Sitzkissen laden zum Espresso ein.

...und dann kommt sie einem schon entgegen, die Brandenburger Straßenbahn. Seit 1897 befördert sie die Menschen in und durch ihre Stadt. Damals als Pferdebahn gestartet sind die Wagen heute deutlich komfortabler - 40 Kilometer Gleisanlagen werden bedient. Und man hat viel Geld in neue Schienen und Haltestellen gesteckt - hat sich gelohnt. Auch Commissario Manzetti nutzt im Brandenburg-Krimi ständig die Straßenbahn - so wie Commissario Brunetti in Venedig andauern ein Vaporetto besteigt. Überhaupt sind die Ähnlichkeiten und Anleihen sehr offensichtlich. Entweder Autor Jean Wiersch hat zu viele Donna-Leon-Bücher gelesen und niemand hat ihm gesteckt dass er hier mehr als offensichtlich abkupfert oder das Havelwasser ist eine schlecht gemachte Verballhornung der Venedig-Krimis. Tochter Lara ist austauschbar mit der wunderbaren Chiara und Manzettis Frau hat ähnliche Wesenseigenschaften wie ihr Pendant in Venedig. Selbst der Vorgesetzte in Brandenburg ist genau so ein schleimig-windiger Typ wie der eigentlich unnachahmliche Patta: Rotarier und darum stets um den guten Ruf seiner - natürlich - zwielichtigen Mit-Rotarier bemüht, stets bedacht sich bloß keinen Karriereknick einzuhandeln und daher immer geneigt seine Untergebenen ins Feuer zu schicken - alles wie gehabt.

Viel Platz bleibt nicht und nüchtern betrachtet ist diese Situation absolut "nicht genehmigungsfähig" - doch was soll man machen? Der Platz ist endlich, die Autos hat man schon ´rausgeschmissen aus der Hauptstraße und es bleiben eben Probleme die man nicht lösen kann, jedenfalls nicht auf Basis aktuell geltender Vorschriften.

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