Berlin - Sommertörn 2012

Etappe 3: Durchs Havelland - des Heiligen Römischen Reiches Streusandbüchse
Über die Unter-Havel-Wasserstraße bis auf die Ketziner Havel

Was hat Brandenburg was Dortmund nicht hat - SPATZEN! Hier fliegen die Sperlinge in großen Mengen herum, streiten sich schimpfend um den Rest einer herunter gefallenen Eistüte und ihr Schilpen ist weithin zu hören. Die unverwüstlichen Kulturfolger sind in Dortmund fast ausgestorben, hier toben sie in beachtlicher Zahl durch die Lüfte. Keiner weiß so recht warum es den robusten Singvogel erwischt, aber er steht immerhin schon auf der Vorwarn-Liste der bedrohten Arten. Hier in Brandenburg jedenfalls sitzen sie noch auf den Rückenlehnen der Stühle in den Biergärten und sind das was sie auch bei uns immer waren: Eher eine Plage. Doch die Zeiten ändern sich und man freut sich - über Spatzen...

Durch den Stadtkanal und die Stadtschleuse geht es nach zwei Tagen weiter - mit gelegtem Mast passen wir natürlich hervorragend unter die niedrigen Brücken, viel mehr als 2,50m sollte es unter der Steintorbrücke nun wirklich nicht sein - mit 2,30 sind wir da sehr gut aufgestellt. Nur der Lenker von Utes Fahrrad ragt über die Reling, so dass ich unter dem Bogen der Steintorbrücke so steuern muss dass die Fahrradklingel nicht abgerissen wird und in der Mitte an der höchsten Stelle durchkommt. Geht aber alles glatt und ohne Probleme. Übrigens auch ein Ort der in den Brandenburg-Krimis vorkommt - die Stadtschleuse! Auch hier lässt Jean Wiersch seinen Commissario mehrfach täglich vorbei laufen, er wohnt hier - mit Blick auf den Stadtkanal! Hat er noch mehr Anleihen gemacht? Bei Signorina Elettra hat er geschludert, da sitzt eine biedere Vorzimmerdame die allerdings ihren Chef genau so zu nehmen weiß wie die geheimnisvolle Schönheit in der Questura. Eletras genialer Bekannter aber - das Computergenie - spielt ebenfalls mit - der Freund von Manzettis Kollegin kann sich auf geheimnisvolle Weise in die Computer von Weltbanken einhacken. Und letztendlich gibt es auch einen charismatischen Pathologen - etwas viel der Übereinstimmungen. Und trotzdem nett zu lesen, vor allem weil Brandenburg klein und die Orte des Verbrechens auf dem Weg zum Brötchen holen liegen. DAS genau ist ja der große Vorteil der Lokalkrimis - und hier kommt ein weitere Vorteil hinzu: Donna-Leon-Leser haben keine Probleme sich schnell und unaufwändig in die Welt des Commissario Manzetti einzudenken - die Charaktere sind allesamt sehr gute Bekannte.

Auch die Stadthavel macht Brandenburg alle Ehre, schönes Flüsschen das an der Ostseite der Dominsel vorbei führt. Wir laufen durch bis auf das Fahrwasser der Havel-Wasserstraße und machen kurz in der Marina Havel-Marin fest - der Fäkalientank muss gelenzt werden. Dann geht es weiter auf der Havel Richtung Berlin, nach einer guten Stunde fahren wir in einen Altarm und werfen den Anker. Zwei andere Bote liegen hier mit uns, wir wollen ein ruhiges Wochenende mitten in der Natur verbringen, auch wenn das Wetter eher von der rustikalen Sorte scheint.

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