Berlin - Sommertörn 2012

Etappe 4: Durchs Havelland - des Heiligen Römischen Reiches Streusandbüchse
Über die Potsdamer Havel nach Berlin

Im Hafen des SV Einheit gibt es dann noch ein Abenteuer der besonderen Art. Beim Einsetzen des Mückengitters in eines der Bullaugen passe ich einen Moment nicht richtig auf und das ovale Aluminiumteil rutscht durchs Fenster und platscht ins Wasser. Weg! Wäre es magnetisch hätte ich ja eine Chance gesehen aber so? Hier ist es zwei Meter tief, den Stunt wie damals in den Niederlanden bei der Suche nach der Dichtung des Seewasserfilters werde ich hier kaum bringen können. So ein Scheiß! Klar haben wir Ersatz an Bord, aber trotzdem ärgerlich, kostet doch so ein Teil knapp 50 Euro.

Im klaren Wasser sehe ich es unten liegen - in meinem Kopf jagen sich die Ideen: Wie könnte man das Ding bergen? Nix zum Durchstecken, nichts zum Hochziehen, einfach nur ein plattes Alu-Konstrukt. Mit zwei langen Stangen (Bootshaken und eine verlängerbare Zelt-Stange aus dem Camping-Bereich) versuche ich mein Glück, aber nach dem Anheben gleitet mit das Gitter sofort wieder nach unten, zu instabil. Eine Platte müsste man haben auf die man das Gitter schieben könnte, eine Platte, eine Platte, ein Königreich für eine Platte!

Dann kommt sie, die zündende Idee: Aus der Zeltstange (die ich schon längst aus dem Boot in den Keller packen wollte) und einem ausrangierten Schneidbrettchen aus der Kombüse (das als Unterlage in der Werkzeugkiste sein Gnadenbrot verdient) bastele ich mir in echter MacGyver-Manier eine Art Schaufel die ich unter das Gitter schieben will. Mit dem Bootshaken müsste es dann möglich sein....

...das Gitter vorsichtig auf das Brettchen zu schieben und alles dann gaaanz langsam nach oben zu heben. Für meine überaus empfindlichen Knie lege ich mir noch eine Schaumstoffunterlage auf die Stegbretter und dann schreite ich zur Tat.

Und was soll ich sagen: Die Operation gelingt! Sichtlich stolz präsentiere ich Ute meinen "Fang" - doch die hat nur ein müdes Kopfnicken für mich übrig, sie löst gerade mal wieder ein logisches Problem und hat keinen Kopf für solch banale Rettungsexpeditionen. Aber ich, ich bin stolz, stolz auf mich selbst. Und das reicht mir eigentlich auch schon! Andere können diese meine Meisterleistung ohnehin nicht richtig einschätzen, so genial wie ich das gemacht habe! Okay, ich habe das ja auch selbst verbockt, mir ist das Gitter ja auch höchstselbst ins Wasser gefallen - aber egal. Durch solche blöden Gedanken lasse ich mir doch meinen Erfolg nicht klein machen, oder?

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