Berlin - Sommertörn 2012

Etappe 5: Berlin und umliegende Dörfer

Moltkebrücke, man kann nichts sehen und muss darauf vertrauen dass die Funksprüche auch angekommen sind. Der Abstand nach vorn ist größer geworden, hinter mir das Boot hat angelegt. Den letzten beißen die Hunde, also lieber noch einmal "Moltke - Sportboot zu Berg". Abends malen wir uns aus was passieren würde wenn hier jemand frisch aus der Funkprüfung vor jeder Brücke brav sein Gedicht aufsagen würde "An alle - hier ist Sportboot Meise in der Berfahrt...." oder alternativ mit "Delta Echo" und alles wenigstens zwei Mal - das wäre reif für eine Schlagzeile am nächsten Tag "Sportboot-Skipper legt Funkverkehr lahm" oder "Schiffsführer der weißen Flotte von Lachkrämpfen geschüttelt". Hier sind es nur drei Dinge die übermittelt werden: WO, WER, WOHIN - fertig. Und selbst dann jagt manchmal ein Spruch den nächsten.


Die Schöneberg fährt zu Berg durch die Moltkebrücke - hinten Berlin Hbf.

Im Spreebogen ist Platz, die Boote können sich begegnen. Zeit für ein paar Rund-Um-Blicke. Die Terrassen sind voll, Menschen ohne Ende, man nutzt das gute Wetter denn der Sommer ist zurück gekommen.

Mitten durchs Machtzentrum Deutschlands. Was haben wir den hohen Damen und Herren doch für eine schöne Arbeits-Umgebung finanziert! Hoffen wir mal alle ganz heftig dass sich das tolle Umfeld positiv auf die Qualität der Beschlüsse auswirkt. Wenn man im Augenblick die Nachrichten über die Meinungen und Initiativen zur "Rettung des Euro" verfolgt hat man nicht den Eindruck dass da jemand weiß was wirklich Sache ist...

Dann Marshallbrücke - Paradebeispiel, mitten in einer Kurve - zwar 30 Meter breiter Durchlass aber die Sicht geht trotzdem nicht weit, also nochmal, zur Sicherheit "Marshall - Sportboot zu Berg" - keine Antwort, durch. Vor uns immer noch die Stern, davor die Adele und dann eines der großen Schiffe - ja, es ist die Charlottenburg die hinter uns am Liegeplatz gelegen hat und die uns am Vorabend durch den Stunt mit der Keser-Yacht viel Spaß gemacht hat.

Gleich hinter der Marshallbrücke die Liegestelle für Sportboote - ruhig liegt man hier nicht, aber dafür mit vollem Programm den ganzen Tag. Bei der zweiten Fahrt wurde gerade eine Lücke frei und wir haben die Gunst der Stunde genutzt. Geich um die Ecke zum Brandenburger Tor und eintauchen in den Rummel dort - Fotos an anderer Stelle.

Zentraler kann man nicht liegen - auf der anderen Seite der Tränenpalast - Bahnhof Friedrichstraße. Früher Ort des Abschiednehmens nach einem Besuch drüben. Und Ort der Kontrolle. Ein kompliziertes Wegesystem sorgte dafür dass sich die verschiedenen Besucherströme nicht trafen. Ich denke noch an eine Klassenfahrt, da wurde ich in einem Nebenraum gefilzt, Tasche auspacken, Hosentaschen leeren. Und der Fernsehturm am Alex ist auch mit drauf. Bei meinem letzten Besuch dort habe ich noch auf eine geteilte Stadt geblickt mit unübersehbarem Mauerstreifen quer durch und vielen unbebauten Stellen und hässlichen Wunden im Stadtbild. Ich wiederhole mich: Das alles ist zum Glück Vergangenheit! Toll an diesem Turm: Man schaut an der Unterseite der Kugel direkt nach unten. Die S-Bahn-Züge winden sich wie eine Spielzeugeisenbahn durch die Stadt, man sucht förmlich die Regler um die Züge zu steuern. Beim nächsten Besuch werde ich versuchen den grandiosen Blick mal wieder zu genießen. Nach einer Pause geht es weiter: Brücke 22 - Weidendammbrücke - 15 Meter aber in der Kurve, keine Begegnung möglich - "Weidendammer - Sportboot zu Berg".

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