Berlin - Sommertörn 2012

Etappe 5: Berlin und umliegende Dörfer

Wir stehen. Engstelle, Baustelle. Zum Glück kein Wind. Auf Kanal 10 wird verhandelt wer nun wann durch kann. Einer aus unserer Gruppe übernimmt die Wortführerschaft und zählt den Talfahrern vor: Vier und ein Sportboot! Es wird nachgefragt, die Namen werden durchgesagt. Ein weiteres Fahrgastschiff kommt von hinten auf, wird mit in unseren Konvoi "aufgenommen", nun sind es fünf und ein Sportboot. Endlich ist der letzte Talfahrer durch, wir können die Engstelle passieren. Meine Erfahrung mit den Schiffsführern der Fahrgastschiffe: Die sind wirklich freundlich, zwar manchmal bissig am Funk aber sie denken mit und lassen auch ein Sportboot nicht einfach ins Messer rennen. Später am Liegeplatz kriege ich mit wie einer einem Holländer über Kanal 10 erklärt dass er sich melden muss, bei jeder Brücke. Und einem anderen Skipper wird dringend geraten nie in eine der engen Brücken einzulaufen ohne vorher per Funk den Standort zu nennen "Da bist Du verloren, denk da einfach dran". Schon 2006 war das mein Eindruck. Damals wurde der Palast der Republik abgerissen, das gesamte Stück war nur einspurig befahrbar, überall Schuten mit Schutt, ständig kleine Schubverbände - jede Menge Stress und dann das erhöhte Verkehrsaufkommen während der Fußballweltmeisterschaft - da war alles auf dem Wasser was schwimmen konnte. Und trotzdem blieb man am Funk freundlich zueinander, zwar berlinerisch kodderig und manchmal bärbeißig aber immer verbindlich und immer war das Bestreben zu spüren sich und den anderen die Arbeit nicht unnötig zu erschweren und auch die Sportboote als Partner auf dem Wasser zu akzeptieren.

Wir nähern uns der Mühlendamm-Schleuse. Hier gibt es wieder Anleger, einige Schiffe wenden, die wenigsten Fahrgastschiffe wollen schleusen. Nicht alle melden dass sie drehen wollen. Also aufpassen wenn der Vordermann sich seltsam benimmt. Zeit für die Schleuse, schnell Kanal 20, anmelden, "Wo sind sie denn" - "Rathausbrücke" und anschließend die Anweisung an den Sportbootwartesteg zu gehen. "Der Wartesteg ist an Backbord, also links. Gehen sie mal sofort rüber dann liegen sie nicht im Weg." Gut gebrüllt Löwe, wie soll ich denn sofort rüber gehen, vor uns dreht die Charlottenburg und dem Riesen werde ich nicht vor der Nase herlaufen. Also bleibe ich hübsch wo ich bin, mitten im Fahwasser und warte. Als die Charlottenburg an uns vorbei läuft gibt es freundliches Winken aus dem Steuerhaus.


Engstelle auf dem Wasser querab zur Baustelle an Land: Hier soll das Stadtschloss (wieder) entstehen...

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