Berlin - Sommertörn 2012

Etappe 5: Berlin und umliegende Dörfer

Wir liegen an der Fischerinsel, besser bekannt als Museumsinsel. Der schmale Spreekanal mit seinen niedrigen Brücken bildet zusammen mit der Spree ein Eiland, mitten in der Stadt. Hier ist die Wiege Berlins. Der Petri-Platz direkt um die Ecke war das Zentrum der mittelalterlichen Stadt Cölln, Teil des Doppelstadt Cölln-Berlin. Einst stand hier die Petri-Kirche und das Cöllner Rathaus. Der Name Petri-Platz - klar - hängt mit der Fischerinsel zusammen, Petrus ist ja der Schutzpatron der Fischer. Im Augenblick ist der Petri-Platz eine Wüste, die Archäologen legen dort die Fundamente der Petrikirche sowie Gräber mit Gebeinen frei. Direkt um die Ecke das Nicolaiviertel aber von dem ganzen Rummel bekommt man hier wenig mit. Vor allem ist das Wasser ruhig, nach vielen Tagen auf stark befahrenen Gewässern oder großen Seen staunt man wie glatt eine Wasseroberfläche sein kann. Ab und an fährt mal ein kleines Boot langsam vorbei, Durchfahren ist nicht möglich weil ein Wehr den Weg versperrt - sonst ist hier absolute Ruhe auf dem Wasser. Vier Boote haben Platz, 24 Stunden kann man hier liegen. Natürlich halten sich nicht alle daran, im letzten Jahr hat die Polizei die Liegestellen regelmäßig abgefahren und Knöllchen verteilt.

Unser Blick in Richtung Museumshafen und Mühlendamm - die Häuser sind alle saniert und auch außen aufgehübscht. Schon früher war dieses City-Viertel ein Vorzeigequartier der DDR mit modernen großen Wohnhochhäusern. Vorn rechts ein indisches Restaurant mit Terrasse am Wasser, da waren wir abends zum Essen (siehe unten) und hatten dabei das Boot im Blick. Es ist in einer solchen Stadt wie Berlin immer ein komisches Gefühl, das Boot allein an einer unbewachten Liegestelle zu wissen. Bei so vielen Menschen im Umfeld sind schon statistisch immer genügend Arschlöcher dabei. Manchmal kann man sich mit den anderen Besatzungen absprechen aber in diesem Jahr sind alle Boote leer, die Crews in der Stadt unterwegs.

Nur als kleiner unmaßgeblicher Einschub: Mein Teller am Abend, Ente indisch mit diversen Gemüsen und Soßen, zum Teil scharf, zum kleinen Teil SEHR scharf und insgesamt extrem lecker!

Wir liegen hier ein paar hundert Meter entfernt vom Bodemuseum, fußläufig zum Nicolaiviertel, sind mit dem Rad in 10 Minuten am Brandenburger Tor und ich schlafe praktisch unmittelbar neben dem Markttor von Milet, der Büste der Nofretete, dem betenden Knaben und dem Sämann und...


Bode-Museum auf der Museumsinsel, links verläuft die Spree, rechts der Spreekanal

...dem Pergamon-Altar - diesmal will ich da unbedingt rein, doch die Schlangen sind schon am Morgen so lang dass ich mir das wieder verkneife. Vielleicht beim nächsten Mal. Es ist heller Wahnsinn welche Menschenmassen in Berlin unterwegs sind. Hier auf der Museumsinsel mit Bode-Museum, Pergamon-Museum, der alten Nationalgalerie, dem Neuen und dem Alten Museum - mehr museale Power geht kaum. In Berlin tobt im Augenblick der Kulturkampf um Austellungsflächen. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz will ihre Museen umstrukturieren, viele befürchten die Alten Meister könnten dann ins Magazin wandern - Pressemitteilungen, Leserbriefe, Stellungnahmen und Gegendarstellugen - die Tageszeitungen sind voll davon. Viele Museen machen eben auch viele Probleme, eine echte Luxusdebatte....

weiterlesen

1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 |

Zurück zur Auswahlseite

Der Reisebericht ist Teil der Domain www.czierpka.de. Das Copyright liegt bei Karl-Heinz Czierpka, es gelten die im Impressum und in der Erklärung zum Datenschutz aufgeführten Grundsätze. Wir sind unterwegs mit dem Motorkreuzer Tremonia 2.0