Berlin - Sommertörn 2012

Etappe 7: Es geht wieder nach Hause ;-(((

Yachthafen Wolfsburg - ich will mal wieder an den Landstrom und brauche Wasser. Also mache ich bei den VW-Menschen fest. Um es möglichst einfach zu haben bleibe ich gleich an der Einfahrt liegen - nie wieder! Der Grund: Die schmale Einfahrt wird bei jedem vorbeifahrenden Frachtschiff zum reißenden Strom. Kein Problem für mich, aber es gibt immer wieder blöde Skipper die denken, sie könnten die Physik überlisten und trotz des gurgelnden Wassers einlaufen. So auch die Preussen aus Berlin. Der Skipper thront auf der Fly und der Gleitert schlingert in den Whirlpool, eiert auf den Verwirbelungen eines polnischen Schubverbandes, tickt backbords an die Begrenzung der Einfahrt (im Bild rechts gerade noch zu sehen) und torkelt dann auf die Tremonia zu. Zum Glück habe ich seine Einfahrt beobachtet und stehe schon auf dem Vordeck. Die Crew der Preußen, eine nette Dame und ein junger Mann sind an Steuerbord schon mit den Fendern beschäftigt, ich schreie laut und der Skipper brüllt "Fender an Backbord halten" worauf beide herüberhasten. Während die Dame am Heck steht und staunend bemerkt es sei ja schon ein Fender da - MEINER - versucht der junge Mann vorn einen Fender anzubinden. "Fender halten heißt nicht Fender anbinden" geifert der Herr über Leben und Tod von oben. Die blonde Dame entschuldigt sich bei mir - für was? Für den Skipper?

Dann drückt das Heck der Preussen gegen die Tremonia - gut dass meine große Kugel 60cm Durchmesser hat, sie wird fast platt gemacht, die ganze dicke Beule! Ok, Macke verhindert. Oben schimpft der Bediener der Hebel weiter, er legt hart Steuerbord-Ruder, der Bug dreht nach rechts in die Fahrgasse und wieder muss ich ihn anschreien. Sein Heck wuchtet natürlich nach Backbord, weiß jeder Anfänger, kommt der Tremonia immer näher. Er korrigiert das Ruder und seine Badeplattform verpasst meinen Rumpf um ein paar Zentimeter. So was! Zu blöd zum Fahren aber zwei Motoren unter dem Arsch! Zum Glück fährt er weiter durch und legt oben am Clubhaus an, versucht es wenigstens denn auch dort wird es laut und am nächsten Tag erfahre ich dass er einem anderen Boot eine Beule verpasst hat - ausgerechnet der Tukan! Zu diesem Skipper passt der Bootsname wie die Faust aufs sprichwörtliche Auge. Dass sich seine Leute von ihm derart abkanzeln lassen kann mir ja egal sein, aber mit welcher Nonchalance er die zweimalige Beinahe-Havarie mit mir abtut ist schon beispiellos. So eine Abgebrühtheit ist mir in fast 20 Jahren auf dem Wasser noch nicht begegnet und ich bin ziemlich sprachlos - und das ist selten!

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