Corona-Sommer Nummer ZWEI

Etappe 2: Berlin, Berlin - wir fahren nach Berlin - Tag 1

Du meine Güte - was für ein Tag - daraus hätte man locker deren zwei oder besser drei machen können. Der Tag des Grundgesetzes, 23.5.2021, ist mein erster Fahrtag. Da passt dieses Foto aus der Schleuse Münster doch richtig gut. Den ganzen Tag über windig, aber die Böen fehlen. Stürmisch ist es nur auf dem Nachrichtenkanal. Was ist da alles passiert? Ein Staat entführt mit einer fingierten Bombenmeldung ein Passagier-Flugzeug um einen regimekritischen Journalisten zu verhaften, in Italien der Albtraum: die Gondel einer Seilbahn stürzt in die Tiefe, ein Kind überlebt. Schrecklich, wahrscheinlich ist die ganze Restfamilie untern den Toten. Zu allem Überfluss bricht im Ostkongo der Nyiragongo aus, einer der gefährlichsten Vulkane der Welt. Die Lava bewegt sich auf die Millionen-Stadt Goma zu - es wird hastig ein Evakuierungsplan aufgestellt, bei einem solchen Standort eigentlich ein Standard-Plan für die Schublade. Immerhin einigt sich die UNO auf eine gemeinsame Resolution zum Krieg in Nahost und der VfL Bochum steigt in die erste Liga auf. Da sich Köln in die Relegation gerettet hat, kann die Zahl der NRW-Vereine trotz des bedauernswerten Abstiegs der Schalker sogar steigen. In Rotterdam gab´s am Vorabend Zero Points für das Machwerk aus Deutschland, im WDR rätselt man über den Grund für den meines Erachtens nicht unverdienten vorletzten Platz. Und ich bin unterwegs. Eigentlich, ja eigentlich...

...wollte ich einen Tag früher fahren, aber das Sturmtief Marcus hat mich in Rünthe festgehalten. Am 23. geht es dafür früh los, das Kraftwerk Bergkamen-Heil bleibt im Wolkendunst zurück. Inzwischen liegt es still, nicht endgültig stillgelegt, aber der Betrieb steht. Derzeit gilt es als Reservekraftwerk, ich fürchte, es wird nicht mehr angefahren werden. Was heißt "ich fürchte"? Natürlich müssen wir uns von der Kohleverstromung verabschieden, trotzdem ist es jedes Mal ein Schritt mit vielen Konsequenzen, wenn so ein Werk geschlossen wird. Und die Betreiber spielen mit ihren Möglichkeiten. Ziel: möglichst hohe Subventionen erhalten. Das führt nicht immer zu nachvollziehbaren Entscheidungen, zu Entscheidungen, die der Ökologie besondere Rechnung tragen. Auf jeden Fall ist die Marina ihre Heizung los, das wird auch hier zu Konsequenzen führen. Der lockere Spruch "Rünthe friert nie zu" wird im nächsten Winter Geschichte sein, wenn es denn einen richtigen Winter gibt.

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