Corona-Sommer Nummer ZWEI

Etappe 2: Berlin, Berlin - wir fahren nach Berlin - Fahrtag Nr. 4

Der 4. Fahrtag bricht an. Nach 5 Übernachtungen in Minden, unterbrochen nur durch eine kurze Fahrt mit den Enkeln über das Wasserstraßenkreuz die Überraschung beim Ausbuchen: 5,50€ zieht der Automat von meiner Karte ab, Strom für Tage mit viel Arbeit für die Espressomaschine und den Heißwasserbereiter, Tage mit viel Licht da natürlich alle Lampen im Boot in Betrieb genommen werden mussten, Tage an denen mehrmals gespült werden musste und daher auch der Boiler ständig in Betrieb war. Wenn man bedenkt, was manche Yachthäfen für den Stromanschluss in Rechnung stellen, ist das nun echt ein billiger Jacob hier an den WSA-Stromtankstellen. Aber auch der Wassertank muss noch gefüllt werden, also an die Bunkerstelle. Prima, der passende Adapter ist schon montiert, also Schlauch anschließen und Wasser marsch. Platsch, da passiert es: die Adapterplatte war wohl nicht richtig fest - obwohl ich daran gerüttelt hatte - sie springt ab und der Schwall ergießt sich auf das Ufer. Zum Glück bleibe ich verschont, das war ein Strahl wie aus einem C-Rohr! Schnell das Ventil wieder zu, Adapter richtig montiert, dann läuft es. Dumm, dass das Schloss der großen Klappe Wasser abbekommen hat, und das ist eben ein elektrisches Schloss. Also sofort kommt das Küchenpapier zum Einsatz, zum Glück ist das eine robuste Einrichtung, die Kontakte haben die Dusche nicht übel genommen. Jetzt geht es los.

Eigentlich, ja eigentlich ist die Planung völlig anders als da, was sich dann später anschließt. Nach bis jetzt gut 200 Kilometern ist mein Ziel heute moderat: Hannover, vielleicht meine Standardliegestelle am Abzweig Linden. Das wären dann 50 Kilometer und ich kann mich noch eine Nacht auf die Schleuse Anderten "freuen", meine absolute Angstschleuse. Vor allem jetzt, nach über einem Jahr Pandemie - für mich hieß das vor allem Verzicht auf mein wöchentliches Training mit meinem personal trainer - bei mit einer Trainerin. Antje hat mich über die Jahre gut fit gehalten. Die eine Stunde in der Woche, gut überwacht an den Geräten, in Kombination mit meinen Übungen zu Hause hat dafür gesorgt, dass ich so manche körperliche Anstrengung locker wegstecken konnte und dass der Rücken auch nach 70 Jahren noch schmerzfrei funktioniert, meistens. Das Training hat mir sogar das Leben gerettet, treue Leser kennen das Erlebnis in Emden als ich vom Steg ins Wasser fiel und ohne Rettungsleiter zurück kam - wie in jungen Jahren einfach von unten die Arme auf den Steg und dann - hopp - nach oben gestemmt. Alles nur dank Antje. Auch Anderten, oftmals noch lange Muskelkater, aber immer locker geschafft. Doch jetzt? Klar habe ich meine eigenen Programme anfangs noch weitergeführt, aber ehrlich: es ist schon ein Unterschied, ob du dich auf deiner Matte allein auf dem Boden herumquälst oder ob dich da eine nette weibliche Stimme mit aufmunterndem "Kalle kommt, die letzten fünf schaffst du auch noch" motiviert...


Blick auf die Weser in Richtung Porta Westfalica - im Nebel verschwunden!

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