Corona-Sommer Nummer ZWEI

Etappe 3: Berlin, Berlin - wir fahren nach Berlin - Teil 2 - Fahrtag 9

Dann kommt Ketzin, an dieser Stelle hier hat Matthias vor vielen Jahren das schöne Drohnenvideo der Tremonia gedreht. Heute wären diese Copter-Aufnahmen auf der Bundeswasserstraße nur noch mit Erlaubnis gestattet - §21b der Luftverkehrs-Ordnung LuftVO definiert inzwischen Betriebsverbotszonen. Ich bin mehrmals auf und ab gefahren und die Drohne hat uns begleitet - da lagen die Fender übrigens an Land, wir hatten nur zwei zum Anlegen an Bord. Ein riesiges Stellnetz zeigt: es gibt sie noch, die Havelfischer.
Du hast das Video noch nicht gesehen? HIER!

Ketzin - sorry: Stadt Ketzin ist auch so ein schönes Beispiel für den Umgang mit Geld. Gut 6.000 Einwohner hat die Stadt, aber dennoch einen hauptamtlichen Bürgermeister. Zusammen mit 19 Ratsmitgliedern kümmert er sich um die Belange des Dorfes. Da das anscheinend schwierig ist, werden sie durch Ortsbeiräte in vier Ortsteilen (jeweils 900 bis 1.000 Einwohner) unterstützt. Man unterhält ein eigenes Amt für Wirtschaftsförderung sowie ein eigenes Planungsamt. Das stadteigene Grünflächenamt - mit der gesamten Infrastruktur für die Grünpflege - hat zwei Mitarbeiter, die sich nur um die Belange des Fleckens kümmern. Klar, dass hier die Hecken wie mit dem Lineal geschnitten aussehen und an der riesigen Bushaltestelle im Ort (Vier Linien, eine davon sporadisch - Situation vor drei Jahren) nicht ein Fitzel Papier herumliegt. Ich hätte mich über das Schild "Zentraler Busbahnhof" und eine aufwändige Bahnsteigkonstruktion mit Dach nicht wirklich gewundert. Ich habe mal gesagt: die spielen hier Stadt! Böse Worte, ja, das weiß ich, aber ich bin 26 Jahre lang ehrenamtlicher Bezirksbürgermeister in einem Stadtbezirk mit 56.000 Menschen gewesen. So einen Luxus hätte ich da auch gerne gehabt, so viel Personal für die Reinigung, eine völlig andere Welt und für mich ärgerlich, da ja auch meine Heimatstadt Dortmund Schulden machen musste für den Aufbau Ost - vielleicht lernen die hier auch mal irgendwann, was Kommunalpolitik im realen Leben wirklich heißt...

Versöhnliches Schlusswort: ein wunderschöner Ort, hat mir irgendwie leid getan, heute hier nicht anlegen zu können.

Fähre Ketzin - liegt noch in tiefem Schlaf, keine Gefahr...

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