Corona-Sommer Nummer ZWEI

Etappe 6: Der Finowkanal - Wiedersehen nach 18 Jahren

Einfahrt in den Werbellinkanal - kurz vor der Schleuse Ruhlsdorf, der ersten Schleuse des Finowkanals. Hier erreichen auch jene Boote den Finowkanal, die direkt vom Werbellinsee kommen. Dieses Kanalstück hätte deutlich kürzer sein können, aber dann wäre man hinter der Schleuse Ruhlsdorf auf den Finowkanal gestoßen - und das hätte den Bau einer weiteren Schleuse inklusive deren Betriebs- und Erhaltungskosten bedeutet. Also hat man die alte Trasse genutzt, da sind ein paar Kilometer mehr preiswerter. Aber preiswert ist relativ: fünf Millionen Euro sind allein in dieses Streckenstück geflossen. Von hier aus kann jetzt über Marienwerder der Werbellinsee erreicht werden. Ohne die HOW befahren zu müssen, sie ist lediglich zu überqueren.

Schleuse Ruhlsdorf, die erste von 12 Schleusen. Insgesamt geht es 36 Meter in die Tiefe. Zu Tal. Oder? Eigentlich, also eigentlich ist diese Frage nicht trivial. Auf dem Finow-Kanal hat man sich vor Ort definitiv um diese Entscheidung gedrückt, ich kann mich nicht an Lateraltonnen (rot und grün) erinnern. Hier waren es immer gelbe Tonne, die jene Bereich abgesperrt haben, die nicht zu befahren sind. Und die nette Diskussion mit dem Schleusenmeister der Schleuse Stecher - er bedient im Normalfall die Klappbrücke in Niederfinow und die Frage: wer darf zuerst durch gehört zu seinem täglich Brot - zeigte, dass das Problem hier einfach keines ist. Also tun wir es als akademisch ab. Obwohl es im Fall der Fälle über Vorfahrt und Wegerecht entscheidet, alles Punkte, die Charterscheinskippern völlig unbekannt sein werden und daher hier keine Rolle spielen, aus diesem guten Grund nur gelbe Tonnen. Für den Gesetzgeber kann und darf es natürlich kein Wegducken geben. Hier regelt die Binnen-Schifffahrtsstraßen-Ordnung - BinSchO - im Kapitel 23 unter §23.05 klipp und klar: Bergfahrt findet in Richtung Liepe statt. Also befinden wir uns in der Bergfahrt! Alles andere wäre auch chaotisch, denn auf dem Mittellandkanal wird als Berfahrt die Fahrt in Richtung Elbe festgelegt und diese Festlegung gilt für alle angeschlossenen Wasserwege bis zur Oder. Auch wenn man öfter mal nach unten schleust: durch diese Festlegung werden Vorfahrtsrechte und Fahrregeln vorgegeben. Und die können sich eben nicht von Ort zu Ort ändern. Und auch wenn es auf der OHW in Niederfinow etwa 36 Meter in die Tiefe geht: man ist in der Bergfahrt. Das muss dann natürlich auch für den parallel verlaufenden Finow-Kanal gelten. Es sind immer wieder lustige Gespräche am Funk, wenn sich Freizeitskipper anmelden. Ich umgehe das, in dem ich "nach oben" oder "nach unten" will oder "Richtung Berlin" etc. am Funk als mein Begehr anmelde. Wie dem auch sei: es geht auf jeden Fall nach unten!

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