Corona-Sommer Nummer ZWEI

Etappe 6: Der Finowkanal - Wiedersehen nach 18 Jahren

Und die alten Gebäude - als Liebhaber jeglicher Ziegel-Architektur geht mir hier das Herz auf. So schöne Fabrikgebäude! Dramatisch: einige Fotos gleichen denen von 2003 wie ein Ei dem anderen, an vielen Stellen hat sich absolut nichts getan. Nur der berühmte Zahn der Zeit hat weiter geknabbert.

Es ist wie im Ruhrgebiet vor 30 Jahren - jede Menge aufgelassener industrieller Anlagen. Auch die blieben oftmals lange Zeit sich selbst überlassen, häufig aber war man über die Flächen froh, gab es doch recht schnell Folgenutzungen. Genau damit aber hapert es im Osten! Es macht wenig Sinn, den 25. Familen- oder Vergnügungspark zu eröffnen, irgendwo muss das Geld verdient werden, das dort ausgegeben werden soll. Zwar hat der Osten in den letzten Jahren gut aufgeholt, doch diese Altflächen harren immer noch einer neuen Nutzung. Natürlich hüpft das Herz eines jeden Nostalgikers bei einem solchen Bild, doch...

...man darf nicht zu nahe ´ran gehen, dann sieht man dass es hier kaum Hoffnung auf neue Nutzungen unter Erhalt des alten Äußeren geben wird. Da ist nicht mehr viel zu machen, rettungslos verloren. Andererseits: wir können nicht alles erhalten, was uns wünschenswert erscheint. Auch ich trauere jedem Schachtgerüst, jedem Förderturm nach, der fällt - aber das ist der Lauf der Zeit. Ein Erhalt macht nur Sinn mit einer wirklich sinnvollen Nachnutzung - und damit meine ich sicher nicht ein weiteres Museum! Davon gibt es schon mehr als genug hier im Osten. Nicht jede einzelne Produktionsstätte ist so interessant, nicht jedes Verfahren war so innovativ und umwälzend, dass die Geschichte in den früheren Betriebsgebäuden für die nächsten Generationen konserviert werden muss. Solange es noch einen Kreis von ehemaligen Beschäftigten gibt, sind diese Wünsche immer wieder ein Thema vor Ort und manchmal kann mit deren Hilfe eine temporäre Zwischenlösung sogar sinnvoll sein, eine langfrstige Strategie ist das aber nicht. Solange der Opa seine unglaublichen Geschichten "von damals" erzählt, gibt es gebannte Zuhörer, danach wird das Interesse dann langsam abnehmen, die Zeit geht weiter...

weiterlesen

1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 |

Zurück zur Auswahlseite

Der Reisebericht ist Teil der Domain www.czierpka.de. Das Copyright liegt bei Karl-Heinz Czierpka, es gelten die im Impressum und in der Erklärung zum Datenschutz aufgeführten Grundsätze. Wir sind unterwegs mit dem Motorkreuzer Tremonia 2.0