Die Spree

Von der Mündung in die Havel und Berliner Spree bis zur Altstadt Köpenick hat das Teilstück der Spree-Oder-Wasserstraße eine Gesamtlänge: 33,0 km, geringste Brückendurchfahrtshöhe bei mittlerem Wasserstand: 4,03 m, Schleusen: Schleuse Charlottenburg (km 6,3, zwei Kammern), insgesamt eine 130 km lange Verbindung zwischen der Unteren Havelwasserstraße im Westen Berlins (Spandau) und der Oder bei Eisenhüttenstadt (Oder-km 553,40).

Die Spree-Oder-Wasserstraße führt über die Spree durch Berlin, verläßt Berlin im Südosten über Dahme und Soddinsee und verläuft von dort über den Oder-Spree-Kanal, der östlich von Eisenhüttenstadt in die Oder mündet.

Wenn es die Großstadtstrecke gibt, dann ist es die Spree durch das Zentrum von Berlin. Brücken ohne Ende, moderne Mega-Bauten unmittelbar neben wunderschön erhaltenen oder restaurierten Denkmälern - es ist schon ein wirkliches Erlebnis, diese Wasserstraße zu befahren.

Sie schwebt über dem Wasser: Siegessäule, ursprünglich auf dem Königsplatz (dem jetzigen Platz der Republik am Reichstag) platziert (1873). Sie wurde 1939 auf den Großen Stern umgesetzt, aufgestockt und ist nunmehr 69 m hoch. Die vergoldete Siegesgöttin Viktoria wird im bekannt respektlosen Berliner Volksmund "Goldelse". Tja, so sind sie, die Berliner: Kein Respekt vor nix! Aber 1kg Blattgold wurde ihr spendiert (das hat ihr gut getan), sie wurde privatisiert und es ist immer noch lohnend, die Dame (sorry) zu besteigen!

Zu den vielfältigen Hinterlassenschaften des realen Sozialismus zählt auch der Prunkbau am Berliner Dom, der Pallast der Republik (Erichs Lampenladen), in dessen gold-getönten Scheiben sich die Kuppel des Domes spiegelt. Die Betonschäden sind mit bloßem Auge zu sehen, nach der kostspieligen Asbest-Sanierung findet sich kein Nutzungskonzept, das den leeren Berliner Kassen irgendwie entgegen kommt. Im Augenblick (2003) gibt es wieder neue Pläne: Platt machen!


"Ballast" der Republik und Berliner Dom

Kann man schöner liegen: In Sichtweite des Bahnhofs Friedrichstadt, voraus der Fernsehturm und die Kuppel des Bode-Museums auf der Museumsinsel. 24 Stunden darf man hier liegen, oben am Kai Restaurants für ein schönes Frühstück - genial! Die gesamte Berliner Mitte ist von hier aus fußläufig zu erreichen, für Exkursionen steht die U-Bahn direkt nebenan bereit.

Immer wieder überraschend und immer wieder schön: Die Kuppel des Reichstagsgebäudes taucht unvermittelt hinter einer Biegung auf - hier lebt die deutsche Geschichte. Seine Majestät Wilhelm II. hatte das Gebäude bei seiner Eröffnung 1884 als "Gipfel des schlechten Geschmacks" bezeichnet, "Affenhaus" und "Quasselbude" waren weitere Bezeichnungen für die von ihm gehasste Manifestation der jungen deutschen Demokratie - die Aufschrift "Dem deutschen Volke" verbot er denn auch zunächst. Erst als er die Zustimmung des Parlamentes für die Kriesgkredite benötigte, wurde die Widmung angebracht - kaiserlicher Bestechnungsversuch. Philipp Scheidemann hat hier am 9. November 1918 die Republik ausgerufen, Otto Wels 1933 mit dem mutigen Satz "Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht" die Ablehnung der Sozialdemokraten gegen das Ermächtigugsgesetz begründet. Am 27. Februar 1933 hatte der Brand des Reichstags den Anlass dazu geliefert. Im Mai 1945 schließlich pflanzten Soldaten der Roten Armee die sojwetische Fahne auf dem Gebäude, ihre Graffitis sind noch heute (konserviert) teilweise zu lesen. Am 13. August 1961 wird die Mauer direkt am Reichstag gebaut - erst am 4. Oktober 1990 kommt wieder ein gesamtdeutsches Parlament im Reichstag zusammen. Ein Reichstagsbesuch sollte zu jedem Berlin-Aufenthalt gehören! Warum sich das lohnt? Ein kurzer Blick wird überzeugen!

Mitten durch...

Brückenparade und Kreuzung der Verkehrswege - S-Bahn über der Spree.

Hier residiert der Minister des Inneren - irgend wie erinnert das Teil an eine Trutz-Burg, im Hintergrund das Sorat-Hotel (mit eigenem Boot - geiles Teil).

Mühlendamm-Schleuse - viel Verkehr und ein Wartesteg für Sportboote.

Ortslage Friedrichshain - da taucht sie auf: Die Mauer, jahrzehntelange Bedrohung des Weltfriedens, unmenschliche Trennung einer Stadt und ihrer Menschen - andere Bezeichnung: Antiimperialistischer Schutzwall - wobei mit Verlaub, liebe Genossen, bei aller Professionalität im Erfinden und Weiterentwickeln von Sperrmaßnahmen und Selbstschusseinrichtungen, etwas, das ihr mit typisch deutscher Gründlichkeit erledigt habt - für einen solchen Schutzwall habt ihr alles irgendwie alles falsch herum installiert. Für wie blöd habt ihr eure eigenen Leute eigentlich gehalten?

East-Side-Gallery heißt dieses Grafiti der langen Art an der Mühlenstraße in Berlin-Friedrichshain - so genutzt als Träger von Kultur gefällt mir die Mauer richtig gut.

"Molecule Men", die berühmte Großskulptur in Friedrichshain des amerikanischen Bildhauers Jonathan Borowski -

- und im Hintergrund die viel schönere Oberbaumbrücke, ja eigentlich ist es die schönste der Berliner Brücken.

In Höhe Rummelsburger See gibt es eine Startbahn, quasi im Fahrwasser!

Weiter auf den Müggelsee
Weiter auf der Havel
Weiter auf die unteren Havel
Weiter auf dem Landwehrkanal

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