Die Stalins Ohr und eine Allee

Mindestens so sehenswert wie die Pracht-Bauten unserer Tage sind die Vorzeige-Bauten der DDR - und was eignet sich da besser als die Stalinallee, heute Karl-Marx-Allee, aber früher auch schon mal als Frankfurter Straße oder Große Frankfurter Straße im Stadtplan zu finden.

Am 21. Dezember 1949 werden hier die Schilder ausgetauscht. Zu Ehren des selbst ernannten Führers des Weltproletariats, der an diesem Tag im fernen Moskau seinen siebzigsten Geburtstag feiert, heißt die Strasse nun Stalinallee. Es ist eine kaputte Straße, Ruinen bestimmen das Bild. Aber die Führung der SED hat große Pläne: Hier an der Stalinallee soll der Welt, und das heißt vor allem dem Westen, gezeigt werden, wie man im Sozialismus Städte baut. Große Häuser, Paläste und Kulturbauten sollen entstehen. Die Vorbilder für diesen Stil stehen in Moskau und Leningrad.


Straußberger Platz in Friedrichshain

"Paläste für die Arbeiter" - so das Ziel der DDR-Oberen sollten hier in Friedrichshain entstehen. Heute steht die Allee unter Denkmalschutz, ist aufwändig restauriert (im vorderen Teil,m gehen Sie mal weiter durch....) und wird besonders gern von Wessies als Wohnquartier benutzt. So richtiges Kiezgefühl kam hier nie auf, dazu war die Straße mit 90 Metern einfach zu breit. Darüber und über den Aufstand des 17. Juni, der hier am 16. Juni als Folge einer gemeinsamen Dampferfahrt des Kollektivs seinen Ausgang nahm, gibt es gut aufbereitete Informationen im Café Sibylle.

Neben Kaffee, Kuchen und Eis hat Sibylle viel mehr zu bieten: Karl-Marx-Allee 72, jeden Tag von 10.00 - 20.00 Uhr geöffnet, Eintritt frei. Hinkommen: U-Bahn-Linie 5, Haltestelle "Straußberger Platz"

Man versteht vieles besser und kann manches besser einordnen. Ein wichtiges Stück gesamtdeutscher Geschichte wird hier transparent - sehr zu empfehlen.

Achso - Stalins Ohr - das gibt es hier tatsächlich, denn die riesige Statute des Diktators wurde in einer Nacht- und Nebelaktion zerstört und in ultrakleine Bruchstücke zerlegt, niemand sollte erkennen können, wo das Metall herkam. Natürlich waren nicht alle Arbeiter soo ganz linientreu und so wurde neben dem Ohr auch ein Stück des Bartes herausgeschmuggelt. Hier zu sehen!

Wer sich eine eigene Stalinallee für den Schreibstisch bauen will: Hier wird man fündig!

Schließen

Wenn diese Seite aus einem Reisebericht heraus aufgerufen wurde: Sie ist Teil meiner interaktiven Revierkarte Berlin. Über eine große Zahl von interessanten Punkten in und um Berlin liegen dort Informationen in ähnlicher Form vor.

Die Seite ist Teil der Domain www.czierpka.de. Das Copyright liegt bei Karl-Heinz Czierpka, es gelten die im Impressum aufgeführten Grundsätze.