Teltow-Kanal

Um 1900 unter Wilhelm II. gebaut, sollte der Teltow-Kanal als kürzeste Ost-West-Verbindung die Berliner Wasserstraßen entlasten. Der Beginn der Kilometrierung liegt bei Babelsberg, am Durchstich zum Griebnitzsee. Am 2.6.1906 eröffnet der Kaiser den Kanal höchstselbst durch eine Fahrt mit seiner Yacht "Alexandria".

In Kleinmachnow befindet sich die gleichnamige Schleuse. 2,7 Meter geht es in die Höhe. Es gibt einen sehr guten Sportsteg mit eigener Lichtzeichenanlage und - oh Wunder - 2003 funktionierender Rufanlage - das schafft Klarheit und Vertrauen.

Das Oberwasser der Schleuse.

Der Kanal war damals richtungsweisend und hat mit seinen elektrisch angetriebenen Treidelloks bei der Präsentation auf der Weltausstellung in St. Louis, USA, im Jahre 1904, die Fachwelt in Erstaunen vesetzt. U.a. hat er den Betrieb der drei Schleusen des Panamakanals beeinflusst, die noch heute nach diesem Vorbild betreidelt werden. Heute sind in noch drei Treidellokomotiven erhalten, zwei im Deutschen Technikmuseum in Berlin, eine als Denkmal an der Brücke der Königsberger Straße über den Teltowkanal in Berlin-Lichterfelde. Mit dem Ende des zweiten Weltkrieges und in Zeiten des Kalten Krieges verlor die Wasserstraße jedoch ihre Bedeutung.

Typische Kanalansichten - Brücken über Brücken, wir durchqueren schließlich eine Großstadt, obwohl man das hier auf dem Teltowkanal nicht mitbekommt, denn er wird größtenteils durch dichtes Grün begleitet.

Brücken kommen gerne im Dreier- oder wie hier im Viererpack: "Rattenkönig" zwischen Tempelhof und Britz. Um 1900 unter Kaiser Wilhelm gebaut, sollte der Teltowkanal die inneren Wasserwege in Berlin entlasten. Lange Zeit war ein Teilstück im östlichen Bereich nicht befahrbar, mittlerweile steht er in seiner gesamten Länge von fast 38km wieder zur Verfügung.

Jetzt hat der Ausbau des Kanals im Rahmen der Verkehrsprojekte "Deutsche Einheit Projekt 17" begonnen. Schiffe mit einer Tragfähigkeit von 2.000 Tonnen können dann den Osthafen anlaufen. Dazu sollen die Kanalufer verbreitert, das Kanalbett auf 3,5-4m vertieft und Brücken auf eine einheitliche Durchfahrtshöhe von 5,25 Meter gebracht werden. Geplante Kosten 300 Mio. Euro, geplante Fertigstellung im Jahr 2010.

Der alte Hafen Tempelhof findet neue Aufgaben, denn obwohl es nur eine häßliche Spundwand gibt, haben hier schon einige Sportboote fest gemacht. Jetzt noch Wohnungen in die alten Speicher, dann ist das richtige Ambiente da - doch offen gestanden: An tausend und einer Stelle wird dieses Konzept in Berlin verfolgt. Irgendwie wird man als Durchfahrer den Eindruck nicht los, dass es kaum soviele solvente Käufer und Mieter für die tw. hochpreisigen Immobilien geben kann.

Hinter Britz am Kilometer 28,3 gibt es ein wichtiges Wasserstraßenkreuz. Der Teltowkanal zweigt nach rechts ab, geradeaus geht es über den Britzer Verbindungskanal in Richtung Spree. Der linke Abzweig ist der Neuköllner Schifffahrtskanal, für Sportboote wegen seiner Sammelschleusungen ungeeignet.

Jahrelang war der Verlauf des Teltowkanals zwischen km 36,60 und km 37,83 gesperrt, aber seit April 2000 ist er wieder befahrbar.

Weiter nach Westen auf die Spree-Oder-Wasserstraße
Weiter nach Osten auf den Müggelsee
Weiter auf die Dahme

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