Untere Havel und Wannsee

Von Spandau kommend geht es durch industriell genutztes Gebiet, es folgt der Pichelsee (viele Anleger) und dann weitet sich die Havel see-artig auf. Auf der westlichen Seite besiedeltes Gelände: Gatow, Kladow usw. mit tw. sehr attraktiven Villen am Ufer, auf der östlichen Seite der Grunewald. Und bei schönem Wetter viel Verkehr, da heißt es aufpassen, denn die Berliner Segler sind besondere erpicht darauf, von ihrem Wegerecht Gebrauch zu machen!

Der Grundewaldturm, eigentlich Kaiser-Wilhelm-Turm, grüßt von den Havelbergen. Von hier aus eröffnet sich ein herrlicher Blick auf das größte Binnenseebad Europas und seine Gäste. Der den Wannsee und die Havel säumende Grunewald ist das größte Waldgebiet im Westen der Stadt und lädt zum Spazierengehen ein. Mitten im rauschenden Forst blitzt die Seenkette aus Schlachtensee, Grunewaldsee und Krumme Lanke auf. An diesen märchenhaften Seen kann man angeln und schwimmen oder auf der Gartenterrasse eines der Gasthäuser verweilen. Vom Grunewaldturm bietet sich eine herrliche Aussicht über den Grunewald und die Havel bis nach Potsdam.

"Die Havellandschaft von Potsdam bis Spandau verdankt ihren Charakter dem preußischen Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné (1789-1866). Er gestaltete die wilde Natur nach dem Vorbild des englischen Gartens und schuf eine Kunstnatur, die durch ihre Ursprünglichkeit besticht." - so schreiben es die Reiseführer. Romantische Inseln in der Havel wie Lindwerder, Pfaueninsel und Schwanenwerder scheinen so verträumt wie ihre Namen. Parks, Rundwege und Schlösschen sind vom Wasser aus nur zu erahnen.


Pfaueninsel mit Schloss und Schäferbergturm im Hintergrund

Die 1841 erbaute Heilandskirche bei Sacrow, von hier geht es auf den Jungfernsee in Richtung Potsdam, ein auffallendes Bauwerk: Der preußische König Friedrich Wilhelm IV (1795-1861) ließ 1841 durch seinen Architekten Ludwig Persius eine Kirche planen, die malerisch an einer Bucht der Havel errichtet wurde. In dem als Ausflugsziel beliebten Gotteshaus am Havelufer fanden nach Schließung der deutsch-deutschen Grenze noch regelmäßig Gottesdienste statt. Wenige Tage nach der letzten Veranstaltung am Heiligen Abend 1961 wurde die gesamte Inneneinrichtung demoliert. Die DDR-Grenztruppen wollten damit verhindern, daß die Lage der Kirche gegenüber dem Westberliner Havelufer zur Flucht genutzt wurde. Im Niemandsland hinter der Berliner Mauer verfiel der Bau zusehends. Teile des Daches stürzten ein und auf den Mauerkronen zeigte sich Baumbewuchs. Nach der Wende wurde die Kirche restauriert. Weitere Informationen


Der Große Wannsee mit seinen 260 ha Fläche ist eine Ausbuchtung der Havel von etwa 1.000 Meter Breite und einer Tiefe bis zu 10 Metern. Genutzt wird diese Wasserfläche vor allem für den Wassersport jeglicher Art - insbesondere für Segelregatten.

Aus dem Geschichtsunterricht ist der Wannsee durch die nach ihm benannte Konferenz bekannt. Im "Haus der Wannsee-Konferenz" verhandelten am 20. Januar 1942 Vertreter der Ministerialbürokratie und der SS unter dem Vorsitz des SS-Obergruppenführers Reinhard Heydrich, Chef des Reichssicherheitshauptamtes. Es ging um die Organisation der Deportation und Ermordnung der Juden Europas. Am 25. Januar 1942 informierte Heydrich über die "Endlösung der Judenfrage".

Das Strandbad Wannsee liegt wie eine Oase inmitten der quirligen Hauptstadt. An schönen Tagen geht es jedoch auch hier hoch her. „Pack‘ die Badehose ein ... und dann nischt wie raus nach Wannsee”, hieß der berühmteste deutsche Nachkriegsschlager. Der Wannsee ist der beliebteste Berliner See. Die großzügig angelegte Badeanstalt „Strandbad Wannsee” ist rund 1,3 Kilometer lang. Ein 80 Meter breiter Sandstrand mit Strandkörben, Liegestühlen und Sonnenschirmen vermittelt südländisches Flair. Für das leibliche Wohl sorgt das Restaurant Wannseeterrassen.

Wenn diese Seite aus einem Reisebericht heraus aufgerufen wurde: Sie ist Teil meiner interaktiven Revierkarte Berlin. Über eine große Zahl von interessanten Punkten in und um Berlin liegen dort Informationen in ähnlicher Form vor.

Die Seite ist Teil der Domain www.czierpka.de. Das Copyright liegt bei Karl-Heinz Czierpka, es gelten die im Impressum aufgeführten Grundsätze.