Santorini - Vulkaninsel in der Ägäis - Oktober 2006

Reisebericht von Karl-Heinz Czierpka

Ankunft

Ein Rundflug über Santorini vor der Landung - früher hieß die Insel "Die Runde" (Strongyle), danach Kalliste - die Schöne - weil sich die fruchtbare vulkanische Oberfläche mit immer mehr Grün überzog. Der katastrophale Ausbruch 1600 vor der Zeitenwende schließlich machte dem allem ein brutales Ende - 60 Meter Bimsstein begrub alles Leben und von der runden Insel blieben nur drei Segmente übrig.

Beim Anflug ist die damals gebildete Caldera sehr schön zu erkennen, ebenso die später entstandenen zentralen Kameni-Inseln mit dem aktiven Vulkan.

Kap Exomitis und das Grundgebirge der Insel im Süden liegen vor uns - der gewaltige Profitis Elias dominiert den Blick von Süden, mit 565 Metern ist es die höchste Erhebung der Insel. Perissa, rechts am Fuß des Gebirges wird Ziel einer unserer Wanderungen sein.

Perissa links und Kamari rechts - der Flieger umkurvt Kap Messa Vouno - Profitis Elias und Mesa Vouno mit Althira als Teile des Kalkstein-Grundgebierges türmen sich hier mächtig auf. Der Flughafen Monolithos ist schon schwach zu erkennen. Es geht immer tiefer, auf der Ägäis werden die Wellen von kleinen Schaumkronen gekrönt.

Kamari querab - unser Heimatort für die nächsten Tage aus der Luft gesehen. Die Ägäis wirft ziemliche Wellen an den schwarzen Strand der Kykladen-Insel. Der Sattel zwischen dem Profitis Elias rechts und dem Mesa Vouno links ist deutlich zu erkennen - über diesen Pass führt der Weg nach Perissa, den wir in wenigen Tagen gehen werden.

Flughafen Monolithos - als Santorini (Thora) National Airport international gelistet - die 757 setzt recht rustikal auf, Kapitän Wagner will uns anscheinend schon mal auf die griechischen Momente im (Verkehrs)-Leben vorbereiten, denn auf diesem Gebiet pflegt die große Kulturnation ja einen recht ruppigen Umgang. Und die Besatzung muss voll in die Eisen steigen, es wird alles aktiviert was Geschwindigkeit wegnimmt - für eine vollbesetzte 757-800 hat die Landebahn mit ihren 2100 Metern nicht so wahnsinnig viele Reserven zu bieten. Aber der 1972 eröffnete Platz ist für die 757 zugelassen und so kommen wir auch rechtzeitig vor dem Ende der Asphaltpiste von unserer Geschwindigkeit herunter - das wäre geschafft!

Schöner Platz, auch für den kleinen Imbiss nach der Ankunft: Taverne Alexis direkt an Kamaris schönem Strand und nur wenige Meter vom Hotel entfernt - neben vielen eher hochpreisigen Speisestätten hat sich hier ein Stück echtes Griechenland gehalten. Traditionelle Speisen zu normalen Preisen und niemand schaut schief, wenn es nur ein Salat sein soll. Brot dazu gibt es so viel man möchte und den Ouzo danach ebenso.

Der sympathische Kellner beim finalen Ouzo: "Where do you come from?" Ute: "From Germany", ich präzisiere: "Dortmund" - ein breites Grinsen legt sich auf sein Gesicht, er sagt nur ein Wort, nicht Westfalenhalle oder Bier (hätte man ja bei jemandem aus der Gastronomie erwarten können) oder Konzerthaus oder oder oder - er sagt nur "Borussia" und fügt hinzu "Best team of the world" - nach dem letzten Spiel (gegen Hannover) bin ich mir da nicht mehr so ganz sicher - aber das ist die Außensicht von Dortmund, der Markenartikel, der den Ruf dieser Stadt bis hier an die Caldera bestimmt: BORUSSIA! Und es ist ein guter Ruf. Zwei Tage später wird uns hier ähnlicher Gelegenheit offenbart, der Koch käme aus Dortmund, klar, das wir kurz Kalispera sagen und wir treffen einen echten Spross der Dortmunder Nordstadt an, der sich in breitestem Dortmunder Slang über unseren Besuch freut, nicht ohne hinzuzufügen, dass er auch hier am südlichsten Ende Europas das Schicksal der Dortmunder Kicker verfolgt und mit ihnen zittert. Einmal Dortmund immer Dortmund, oder?

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