Santorini - allgemeine Informationen

liegt auf 36°24,5'N und 25°24'E und damit etwa auf der Breite von Tunis oder Algier. Nur knapp 8.000 Menschen bevölkern die Kykladen-Insel. Hauptstadt ist Fira (auch Thira geschrieben). Santorini besteht aus fünf Inseln, von denen zwei bewohnt sind:

- Thera mit der Hauptstadt Fira oder Thira
- Therasia (das kleine Thera)
- Aspronisi (Die Weiße)
- Paläa Kameni, die ältere Vulkaninsel und
- Nea Kameni, die neue Vulkaninsel mit dem aktiven Vulkan Georgios

Der Name der Insel wird auf eine im Mittelalter hier errichtete Kapelle der Heiligen Irene (ital. Santa Irene) zurück geführt: Aus Santa Irini wurde später Santorini, im Deutschen wird das finale "i" dann oftmals weg gelasssen.


Inselhauptstadt Thira oder Fira - 300m über der Caldera

Thera, Therasia und Aspronisi sind ringförmig angeordnet und bilden zusammen den Rest eines früheren Kraters, sie umschließen die Caldera. Dieser Vulkan brach etwa 1600 vor der Zeitwende aus und bedeckte die Insel mit einer bis zu 60 Meter dicken Bimssteinschicht. Dabei wurde die Magmakammer vollständig entleert, Wasser drang ein und es kam zu weiteren Explosionen. Danach brach das Vulkangebäude zusammen. So enstand die Caldera (Kessel), die von den o.a. drei Inseln gebildet wird. Wenn man sich diese gigantische Wasserfläche ansieht (in dem riesige Kreuzfahrtschiffe winzig klein wirken) und sich klar macht, dass es sich hier um einen gigantischen Vulkankrater handelt - dann bekommt man eine Ahnung davon, was hier vor knapp 4.000 Jahren abging!


Blick auf Fira (rechts) und Imerovigli (links) und (dazwischen) der Skaros-Felsen

Die Folgen dieses Ausbruchs waren weitreichend. Die Erutionswolke reichte bis zu 36.000 Meter hoch. Auf Kos, Rhodos, Zypern und in der Türkei findet man heute noch eine bis zu 2cm dicke Bims-Schicht aus Santorini. Auch das durch Jahresringe nachgewiesene "Frostereignis" in Kalifornien 1628-26 v.Chr.geht auf diesen Ausbruch in Santorini zurück, ebenso der "Schneesommer" in Europa. Alle 20.000 bis 30.000 Jahre gibt es hier solche großen Ausbrüche, der letzte liegt also noch keine 4.000 Jahre zurück. Man vermutet, dass es hier mindestens vier solcher Mega-Ausbrüche mit dem VEI-Wert (Volcanic Explosivity Index) 6 und mehr auf der nur achtstufigen Skala gegeben hat. Bei jedem dieser Ausbrüche wurde die unvorstellbare Menge von mehr als 10 Kubikkilometer Material ausgeworfen.

Zur Zeit rätselt man, ob die Zeit nicht doch falsch berechnet wurde, tut sich allerdings sehr schwer, Änderungen zu akzeptieren - der Vulkanausbruch ist schließlich in das komplizierte Zeitraster eingebunden. Änderungen hier würden viele weitere Korrekturen bedingen, da der Ausbruch in seiner Einmaligkeit und seiner Fernwirkung bisher als Fixpunkt genutzt wurde. Ein Olivenzweig aus Akrotiri aber macht diese Änderung wahrscheinlich nötig! Man darf gespannt sein, wie diese Diskussion weiter geht. Ebenso spannend ist die Diskussion um das versunkene Atlantis, es gibt viele Hinweise, dass damit Santorini gemeint war - vor allem, wenn man akzeptiert, dass in den Geschichten Santorini (viel zu klein für all die Gebäude und Paläste und Plätze des sagenumwobenen Atlantis) und Kreta vermischt werden - auch hier sind die Forschungen noch lange nicht abgeschlossen.


Aspronisi, "Die Weiße", von Kap Akrotiri aus gesehen, dahinter Therasia

Aspronisi ist unbewohnt und ein etwa 70 Meter hoher Fels inmitten der Durchfahrt zwischen Thera und Therasia im Südwesten. Einen Zugang zur Insel gibt es nicht, man muss zunächst eine 30 Meter hohe Steilwand bezwingen.

Therasia mit den beiden Orten Manolas und Portamos ist etwa 5,7km lang und landschaftlich der Hauptinsel sehr ähnlich. Sie liegt ihr spiegelbildlich gegenüber und hat etwa 300 Einwohner.


Therasia von Thera aus gesehen

Die beiden (natürlich unbewohnten) Vulkaninseln Nea Kameni und Paläa Kameni vervollständigen das Inselquintett. Hier liegen beide Kameni-Inseln, von Thera aus gesehen, vor Therassia. Vorn die aktive Insel Nea Kameni, links hinten Paläa Kameni.

Von Nea Kameni aus ist es deutlich zu sehen: Heute lebt Santorini vom Tourismus, früher waren es andere Quellen, die die Insel mit Geld versorgten. Rechts von Fira sind die Wunden in der Landschaft überdeutlich zu erkennen: Der Bims war lange Zeit wichtiges Ausfuhrprodukt, der hydraulische Zement überall begehrt. Da er unter Wasser härtet, wurde er vor allem beim Hafen- und Kanalbau benutzt.

Aber Santorini kommt nicht zur Ruhe, das letzte große Erdbeben fand 1956 statt - besonders betroffen waren die Städte Exa Gonia, Mesa Gonia (Foto) und Oia. Von den 9.000 Einwohnern Oias, damals größte Stadt der Insel, ist bis heute nur ein kleiner Teil zurück gekommen, die Stadt ist heute ein ruhiger kleiner Ort. In Exa und Mesa Gonia hat es erst in den letzten Jahren nennenswerte Neubauten gegeben, mittlerweile wird auch an vielen Stellen wieder aufgebaut.

Aktuelle Probleme auf Santorini sind selbst gemacht: Die Bauwut führt zu einer Zersiedelung der Landschaft, die überall ins Auge fällt. Nicht dass Bettenburgen entstehen, aber auch zwei-geschossige Häuser können das Landschaftsbild erheblich stören. Es ist zu hoffen, dass die Politik diesem Problem Einhalt gebieten kann!

Doch nun viel Spaß beim virtuellen Bummel über die Insel!

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