Santorini und Segeln

Segel-Special von Theo Wasserhess

Segeln in den griechischen Kykladen ist für jeden Hochseesegler etwas Besonderes. Sorgt doch der im Sommer fast permanent mit Windstärken zwischen 4 und 8 Beaufort aus Nord wehende Meltemi für die besten Windverhältnisse des gesamten Mittelmeerraumes.

Anmerkung am Rande: Theo ist nicht nur Segler, er ist auch ein fantastischer Fotograf! Viele seiner Fotos aus aller Welt findet man unter diesem Link!

Highlight eines jeden Kykladentörns, den man am besten in Lavrion beginnt, ist Santorin, die südlichste und beeindruckendste Insel der Kykladen. Von Norden kommend, ist das Einlaufen in die Kaldera....

...ein unvergessliches Erlebnis!

Ein großes Problem in der Vergangenheit, welches mit Sicherheit viele Kykladensegler daran gehindert hat, Santorin anzulaufen, waren jedoch die fehlenden Anlege- bzw. Ankermöglichkeiten. Wegen der großen Tiefe bis 380m ist das Ankern in der Kaldera selbst für Kreuzfahrtschiffe nicht möglich. Diese machen an einigen großen Tonnen fest oder drehen einfach bei.

Die Pier unterhalb von Thira-Stadt (36° 25,2'N 25°25,7'E) ist ausschließlich der Berufsschiffahrt vorbehalten. Es besteht jedoch die Möglichkeit, kurz an der Pier festzumachen, um Crewmitglieder abzusetzen oder aufzunehmen.

Der neue Yachthafen Vlychada (36°20,2'N, 25° 26,0'E) an der Südküste Thiras, nordwestlich von Ak. Exomitis, beseitigt nun einen Teil der Probleme Beim Einlaufen sollte man mehr aus Südwest kommen, da ein östlich des Hafens gelegener Landvorsprung sich unter Wasser in westlicher Richtung fortsetzt. Wenn man dieses Flach überfährt, kann die Tiefe auf 2,5 bis 3 m abnehmen. Auch der Hafen selbst neigt schon nach wenigen Jahren zur Versandung. Einlaufend sollte man sich dicht an der Steuerbordseite halten. Die Backbordseite (nördlich der Außenmole) ist bereits sehr flach. Ich bin mit großer Vorsicht eingelaufen und habe dabei die flachste Stelle im Hafen mit 2,30 m gelotet. Zu beachten ist jedoch, dass es Schwankungen des Wasserstandes bis zu 0,50 m gibt. Zumindest außerhalb der Saison ist genug Platz an der Pier oder an ausreichend vorhandenen Stegen. Die Liegeplätze sind ruhig und sicher, Versorgungsmöglichkeiten eher noch bescheiden. Es bleibt der weite Weg nach Thira-Stadt (14 km). Doch bei der Fahrweise der Santoriner Taxifahrer schrumpft die Fahrzeit auf Minuten und selbst ungläubige Segler lernen wieder zu beten.

Die einzigen sicheren Ankerplätze (bei nördlichen Winden) befinden sich ebenfalls an der Südküste 1 sm östlich von Akrotiri (36° 21,4'N, 25° 22,4'E). Außer einer kleinen Strandtaverne gibt es dort jedoch keine Versorgung und der Weg nach Thira ist weit und steinig (17 km).

Eine Möglichkeit zum Festmachen für die Nacht besteht in der landschaftlich atemberaubend schönen und sehr gut geschützten Bucht Ormos A. Nikolaou (36° 26,4'N, 25° 21,2'E) an der Nordostseite der Insel Thirasia westlich von Ak. Simantiri. Auch in dieser Bucht ist wegen der zu großen Tiefe das Ankern nicht möglich.

Zwei Tavernen im nordöstlichen Teil der Bucht haben jedoch ins Meer gebaute Terrassen, an welchen man mit Genehmigung der Wirte festmachen kann. Man sollte jedoch vorsichtig anlaufen, da der Grund unrein ist und sich Leinen im Wasser befinden. Vor zwei Jahren wurde für die Touristenboote aus Thira eine Betonpier gebaut, an welcher man nach Absprache ebenfalls gut festmachen kann. Bis 1700 Uhr sind Pier und Terrassen jedoch von den Ausflugsbooten belegt.

Ein neu entdeckter Liegeplatz befindet sich innerhalb der Kaldera südlich von Oia (36° 27,4' N, 25° 22,5 E). Dort befindet sich ebenfalls eine Betonpier für Berufsschiffe, an welcher man kurzzeitig anlegen kann. Nach Absprache mit dem Wirt der am Steilufer gelegenen Taverne kann man an einer der dort vorhandenen Tonnen festmachen. Der Serpentinenweg hinauf nach Oia ist steil und heiß. Für den Transport stehen allerdings Maultiere zur Verfügung, die froh sind, sich ihr Futter verdienen zu können.

Theo Wasserhess

t.wasserhess@t-online.de

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