Sommertörn 2005 - Niederlande Nord-West

Randmeere, Vecht, Oude Rijn, Noordhollandsch-Kanaal
Utrecht, Katwijk, Haarlem, Amsterdam, Den Helder, Cape Holland

Bericht von Karl-Heinz Czierpka

Etappe 8: Von Kampen nach Groningen über Emmelord und Lemmer

Feucht-fröhlich scheint es hier abzugehen, jedes Boot wird mit lautem Hallo begrüßt, vielstimmiger Begrüßungschor, irgendwo werden Seemannslieder geschmettert - nicht ganz richtig im Ton aber richtig schön laut, eben so, wie es sein soll.

Dann sind wir durch und auf der Autobahn, dem Prinses Margrietkanaal. Kenner sind schon im Bilde: Spannenburg oder friesisch Spannenburch - für uns ist der hohe Sendemast viele Jahre hinweg wichtiges Signal gewesen, denn hier geht es ab in Richtung Tjeukemeer und damit nach Echtenerbrug, Sitz meines Leib- und Magenvercharterers Turfskip. Die Follega Slot war viele Male unser Weg nach Hause zum Ende eines Törns, der Sendemast immer das unerbittliche Signal für die Rückkehr in den Alltag. Heute nicht! Trotzdem war das eine schöne Zeit, denn die Turfskip-Boote waren immer perfekt gewartet und wir wurden immer sehr aufmerksam betreut. Jetzt müssen wir uns um jede Kleinigkeit allein kümmern! Hat eben alles seine Vor- aber leider auch Nachteile!

Tja, das ist er, der gefährliche Kanal, glaubt man den niederländischen Warnungen und Empfehlungen. Die Gefahr besteht allerdings eigentlich nicht aus der Berufsschiffahrt, da wären andere Kanäle (und vor allem Flüsse) viel gefährlicher. Das Problem hier ist die hohe Verkehrsbelastung - aber durch die Freizeitschifffahrt und vor allem durch viele Menschen, die nicht die Bohne wissen von dem, was auf dem Wasser wichtig ist. Hier wird in Fünferreihe gesegelt, munter überholt und der Überholer ist dabei selbst Opfer eines Überholvorganges usw. usw. Mit dabei sind die vielen Plattbodenschiffe, so "richtige" Frachter sind nicht häufiger als auf dem Dortmund-Ems-Kanal. Allerdings kann es hier auch mal passieren, dass ein Hochseeschiff durchgeschleppt wird, Werften sind an vielen Stellen angesiedelt.

Es wird sehr übertrieben mit dem Prinses Margrietkanaal aber dass es trotz der vielen Verbotsschilder und Warnungen immer noch so chaotisch ist zeigt, dass die Abschreckungsstrategie nicht richtig greift. Aber so lange jeder, der die Chartergebühr entrichten kann auf die Wasserstraßen losgelassen wird mit einem 15m Boot wird das kaum zu ändern sein.

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