Ich frage mich die ganze Zeit, wo denn die anderen sind, die heute Morgen angeblich schon weg waren, denn ich allein binde ja hier die komplette Bedienermannschaft.Und dann sehe ich sie, in der ersten Schleuse warten sie auf mich. Es ist das eine Boot, das schon hinter der Schleuse lag, die Conchita. Man hat sie hier gestoppt um mich heranzuholen. Und hier klärt es sich auch auf, denn diese Besatzung war am Vorabend informiert worden über den Ablauf - da war ich noch unterwegs auf dem Winschoterdiep.

Verschnaufpause für die Vier an der Schleuse - HALT - Ehre, wem Ehre gebürt, es ist nicht irgend eine Schleuse, es ist die - FESTHALTEN - Participantenverlaat. Denn hier werden Schleusen als "Verlaat" bezeichnet (Im Wörterbuch finde ich unter "verlaat" nur "verspätet" - na, das trifft es ja auch) Die gilt es neben den Brücken auch noch zu bedienen: Dreißig Brücken und drei Schleusen muss das Team bei jedem Durchgang bewegen, alles verteilt auf jenen sechseinhalb Kilometern, im Schnitt alle 200 Meter ein Hindernis! In eine Richtung geht das ganz bequem, wenn Fahrzeuge aus beiden Richtungen kommen, teilen sie sich auf, dann geht die Durchfahrt nicht ganz so schnell. Dafür kann man sich dann aber auch an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten, denn vom 6km/h war an diesem Morgen nicht die Rede!

Nun geht es also zu zweit weiter immer entlang der Bebauung. Rechts und links tut sich nicht viel, den Reiz der Strecke machen die Brücken und Schleusen aus - einmalig, eine solche Ortsdurchfahrt gibt es wohl kein zweites Mal.

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