
Jedes Jahr die gleiche Frage: "Wollen wir noch einmal?" - Klar, der letzte Segeltörn des Jahres, immer ein Wochenende im September, so zwischen Sommer- und Herbstferien. Im letzten Jahr ein Traumtörn auf der Emmalis wollen wir auch 2005 wieder aufs Wasser. Die kurze Mail erzeugt gleich jede Menge Antworten, die gesamte Stammcrew ist wieder mit dabei - und viele neue Gesichter. Wir brauchen ein größeres Schiff: Keine Frage, wir chartern wieder bei meiner Leib- und Magen-Rederei: Vooruit in Harlingen. Unsere Wahl fällt auf die Lauwerszee, Zwei-Mast-Klipper mit hohem Geschwindigkeitspotential. Das Foto ziegt den violetten Klipper bei der Brandaris-Regatta, insgesamt kann er 550qm Segel tragen, die auch auf dem Foto mit Wassersegel und Flieger gesetzt sind.

Sander van der Woude, neuer Eigner und Skipper des Schiffes, hat außer der Farbgebung auch den Namen geändert: Als "Vliegender Draeck", Fliegender Drache, schreibt die gute alte Lauwerszee nun ihre Heckwellen durchs Watt. Sander hat auch gleich eine neue gigantische Nationalflagge montiert. "Die größte, die zu bekommen war - alles andere hätte ich mir extra herstellen lassen müssen"
Und Vliegender Draeck ist mittlerweile auch mit eigener Seite im Netz: Klick mal hier!

Schnell ein paar Punkte zum Schiff: Seglerisch ist an dem 35-Meter-Klipper absolut nichts auszusetzen, vor allem mit dem neuen Großsegel ist er wirklich sehr schnell (eine neue Fock steht als nächstes auf dem Arbeitsplan des engagierten Skippers). Auch die sanitären Anlagen sind mit drei Duschen und drei Toiletten in Ordnung, Waschbecken in allen Kajüten kommen hinzu (Aktuell aus Harlingen: Sander hat mittlerweile Warmwasseranschlüsse in die Kajüten gelegt, auch die Sanitärräume wurden im Winter 2005/2006 renoviert). Die riesige offene Plicht und die großen Fenster im Salon zeichen das Schiff auch für Gruppen mit Kindern oder vielen "nichtsegelnden" Mitglieder als besonders geeignet aus. Die schöne Bierzapfanlage haben wir nicht in Gebrauch genommen - der Preis niederländischen Faßbieres ist uns einfach zu hoch. Auch der große Backofen blieb unbenutzt - bei längeren Törns kämen bei uns sicher schnell gemachte Aufläufe zum Tragen. Die Kaffeemaschine trägt zur Vereinfachung bei - geht einfach elektrisch schneller als auf die althergebrachte Art. Grundsätzlich hat Sander die Ärmel aufgekrempelt und nach Übernahme des Schiffes an allen Fronten viel Zeit und Geld investiert - der Fliegende Drachen wird Zug um Zug modernisiert - Sander hat den Ehrgeiz, sein Schiff zu einem echten Hingucker zu machen. Und das ist ihm schon weitgehend gelungen!

Cockpit mit Drachenlogo und neuem Namen links
Kurzer, eigentlich selbstverständlicher Hinweis:
Meine Reiseberichte erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität. Es sind meine völlig subjektiven Urlaubserinnerungen, die ich für mich aufschreibe und die ich Ihnen zugänglich mache. Der Bericht ersetzt auf keinen Fall das genaue Studium des aktuellen Kartenmaterials, der Gezeitentabelle und der einschlägigen Veröffentlichungen! Der Reisebericht ist Teil der Domain www.czierpka.de. Das Copyright liegt bei Karl-Heinz Czierpka, es gelten die im Impressum und in der Erklärung zum Datenschutz aufgeführten Grundsätze.
Und nun viel Spaß,
Karl-Heinz Czierpka