Auf der Suche nach dem Frühling einmal quer durchs Revier

Reisebericht von Karl-Heinz Czierpka

Etappe 3: Von Duisburg nach Wesel den Rhein stromab

Am nächsten Morgen nimmt Feddo mich mit "auf Tour" - die Wilhelm Lehmbruck will pünktlich ablegen und da muss das Marientor geöffnet werden. Pünktlich meldet sich der Skipper und beide klagen über Wetter und den wieder steigenden Wasserstand - für Feddo heißt das über Ostern verschärften Dienst, denn zu den regulären Abfahrten kommen dann die Sonderfahrten hinzu. Die topmoderne Kommunikationszentrale besteht aus Telefon und Funkgerät, beides in bester Bastlerqualität auf einem Tisch befestigt. Das Bedienpult wiederum würde jeden Technik-Freak in Verzückung versetzen - Lampen und Schalter ohne Ende - da lacht das Herz. Ich lache vor allem über einen Satz in der Bedienungsanleitung: "Die Schlüsselschalter dürfen nur bedient werden, wenn der Bediener sich über die Auswirkungen im Klaren ist!" - sinngemäß wieder gegeben. Feddo macht durchaus den Eindruck als wisse er, was zu tun ist. Und das ist zunächst einmal die Beseitigung einer Störung, denn die rote Störlampe ist zu Beginn das einzige Signal. Jaja, die kritischen Betrachter haben es gleich bemerkt - eine interessante Rauhputzvariante ziert die Wände - hier wird renoviert, der Putz ist ab und es sieht im gesamten Gebäude ziemlich "rustikal" aus. Aber immerhin, man tut etwas an diesem Highlight deutscher Nachkriegsarchitektur!

Und während die Wilhelm Lehmbruck drüben am Schwanentor bereits losgeworfen hat...

...überwacht Feddo das Absinken der Schlagbäume. Kaum setzen sich die Bäume in Bewegung, wenden die ersten ortskundigen PKW-Fahrer - Chaos macht sich unten breit. Gut dass heute nicht so ein starker Verkehr herrscht auf der Marientorstraße.

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