Hotels für Brackels Brummer III
So wird es eine gemütliche Hotelsuite

Wer sein Insektenhotel selbst einrichten will, sollte ein paar grundlegende Regeln einhalten! Die haben wir unten mal aufgeschrieben. Lassen Sie sich nicht duerch unser Beispielfoto entmutigen. Das sind Musterexemplare die unsere beiden Bienen-Fachberater gemeinsam gebaut haben. So KANN es aussehen, so MUSS es aber nicht aussehen!

Zählen wir zunächst auf, was AUF KEINEN FALL in ein Insektenhotel gehört: Das sind Tannenzapfen, Stroh- oder Heuschnipsel, Sägespäne oder Holzschnitzel. Diese Füllungen findet man leider bei vielen Insektenhotels, die im Internet angeboten werden. Besonders Ohrenkneifer werden von solchen Füllungen angelockt - und was machen die? Insekten fressen. Auch von Bastmatten aus dem Baumarkt raten wir ab, die sind oft durch Imprägnierungen belastet. Auch gewöhnliche Lochsteine oder Gasbetonsteine sind ungeeignet, hier können wir nur die gebrannten Lochziegel empfehlen, siehe unten. Sinn macht alles, was "röhrig" ist. Und davon gibt es jede Menge. Gerade Bambus wuchert an vielen Stellen, oft mehr als den Gartenfreunden lieb ist. Da kann man sich - nach Absprache - sicher überall etwas abschneiden. Auch viele andere Quellen gibt es, am besten ist natürlich der eigene Garten geeignet und am allerbesten die eigene Bienenweide. Wenn man da im Herbst die Pflanzen stehen lässt, hat man jetzt jede Menge Material. Und den Verschnitt kann man einfach dazwischen quetschen, damit alles einen guten Halt hat.


Jede Menge Material - so bunt und vielfältig wie die Natur nur sein kann

Ein kleiner Tipp von unseren Fachberatern: Wenn man die Stengel zurecht schneidet, sollte man das so machen, dass immer ein Ende geschlossen ist. Etwa an einem Wuchsknoten - unten im Bild gut zu erkennen. Dieses geschlossene Ende kommt dann nach hinten in das Fach, nach vorn ragt das offene Ende. Etwa so wie ein Reagenzglas. DAS finden Insekten am allerallerschönsten! Bitte keine Röhren aus luftundurchlässigem Material verwenden, etwa aus Plexiglas. Hier droht die Brut zu verpilzen! Die Röhren müssen nicht gereinigt werden!!! Die von Wildbienen aus Lehm hergestellten Verschlüsse dienen dem Schutz der Nachkommen, also auf keinen Fall entfernen und "säubern"! Ich habe mir eine Lehre "angefertigt" - so kann man schnell und effektiv schneiden. Im ersten Arbeitsgang schneide ich jede Menge auf einen Wuchsknoten zurück, dann die Stängel auf die entsprechende Länge. Geht fix von der Hand.

Und macht Spaß wenn man da direkt vor dem Bau sitzt und schneidet...

...und im Hintergrund schon die ersten Mieter ihre neue Behausung erkunden!

Oft sieht man Holzklötze mit Bohrungen. Da eignet sich jedes Hartholz, also Klötze von Buche, Ahorn oder Nussbaum, von alten Obstbäumen. Eiche ist wegen des hohen Gehaltes an Gerbsäure nicht gut geeignet! Die Holzklötze bohrt man von der Seite aus, also durch die Rinde, wenn sie noch dran ist. NICHT, wie man es oft sieht, in die Scheibe, da die Bohrungen dann nach außen aufreißen und die Brut im Bohrgang vergammelt. Verschiedene Löcher mit 2-8 Millimeter Durchmesser, zwischen 5 bis 10 Zentimeter tief, am besten so tief wie es der Bohrer zulässt. Auch hier gilt: hinten sollten die Löcher geschlossen sein, also nicht durchbohren! Dieses Stück Holz ersetzt den toten Baum, der ja bei uns leider nicht mehr stehen bleiben kann, um Insekten als Herberge zu dienen. Unten links sieht man einen solchen Holzklotz. Wenn an/frau es richtig gut machen will, dann glättet man die Bohrlöcher vorn, damit sich die Insekten nicht die empfindlichen Flügel verletzen. Etwas Schleifpapier reicht dazu aus. Das Bohrmehl sollte man ausklopfen. Auch morsches Holz eignet sich hervorragend, letztlich imitieren wir damit ja die Natur und da nehmen die Insekten gerne auch morsche alte Bäume an.

Unsere Lochsteine werden aus gebranntem Ton hergestellt, kleine Kunstwerke. Wer sich dafür interessiert und sie nicht selbst anfertigen kann, hat hier eine Adresse: Brackeler-Bienensteine ( at ) gmx.de

Auf einigen Bildern sieht man Blumentöpfe mit Ton oder fester Erde. Diese sollen den grabenden Arten dienen, die sich ihre Gänge selber buddeln. Es ist ein Versuch, wir müssen beobachten, ob dieser Ton angenommen wird, da brauchen wir ihre Rückmeldungen.

Ob man aus grobmaschigem Draht einen Vogelschutz vor das Hotel setzen muss, hängt vom Standort ab. Unsere Stadtvögel sind ja da ziemlich schmerzfrei und bedienen sich überall, auch auf dem Balkon. Also einfach schauen ob es ohne geht, sonst hilft ein einfacher Maschendraht. Und das war´s dann schon. Uns sind Rückmeldungen wichtig. Was geht, was geht nicht, wo gab es einen Run auf die Wohnung, welche Quartiere wurden nicht angenommen. Das interessiert uns für die nächste Generation von Insektenhotels. Denn dies ist ja ein Projekt, das uns noch lange begleiten soll. Und nun viel Spaß beim Basteln!

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