Alle Jahre wieder - gleich am ersten Tag geht es nach Perissa - zunächst noch an der Strandpromenade entlang, doch hoch über Kamari ist schon unser erstes Ziel zu sehen, die Sellada, der Sattel zwischen dem Mesa Vouno und dem Profitis Elias, unserem Hausberg.

Es geht bergauf, rechts das weiße Fleckchen auf halber Höhe ist die kleine Kapelle im Berg, erste kurze Raststelle. Das Massiv stellt den geologisch ältesten Teil der Insel dar, etwa 200 Mio. Jahre gibt man diesen Bergen, erste vulkanische Aktivitäten traten dagegen "erst" vor etwa 1,6 Mio. Jahren auf.

Und schon sind wir hoch über Kamari, winzig klein die Häuser am Strand, schweißtreibend der Aufstieg aber lohnend der Blick hinunter auf das quirlige Leben in Kamari.

Die kleine Kapelle, Klaus und Ute genießen den Blick nach unten. Im Schatten der beiden Johannisbrotbäume lässt sich gut rasten, ein wunderschönes Stückchen Erde hoch über der Ägäis. Ganz schwach zu erkennen: Anafi, die Nachbarinsel.

Andreas schaut sich in der Höhle um, hier tritt Wasser aus dem Kalkstein des Grundgebirges zutage - eiskalt! Die Quelle Zoodochos Pigi liefert sehr klares Wasser - eine Seltenheit auf dieser sonst wasserlosen Insel. Ein gemauerter Tisch im Vorraum der Quelle wird bei festlichen Gelegenheiten genutzt.

Klar, das musste so kommen, Manni, mit etwas erhöhter Betriebstemperatur hier angekommen wird gekühlt...

Alles ruht sich aus - anstrengende Meter liegen hinter uns, der steile Anstieg hat es in sich!

Fußkranke und -faule können bis zum Sattel auch die Straße nutzen, ein Bus-Shuttle-Dienst sorgt für den Transport.

Gerade läuft das Boot aus Perissa um die Felsnase - zurück werden wir den Seeweg wählen und uns um Kap Mesa Vouna schippern lassen - aber erstmal ankommen in Perissa!

Die letzten Höhenmeter legen wir auf der Serpentinenstraße zurück, dann ist der Wendeplatz erreicht. Hier oben auf der Sellada kann man Erfrischungen kaufen und einen Abstecher nach Alt-Thera machen. Dort gibt es Ausgrabungen, hier stand an exponierter Stelle auf dem Bergrücken des Mesa Vouno - uneinnehmbar - die erste Siedlung. 900 v. der Zeitenwende siedelten hier die aus Sparta kommenden Dorer. Strategisch günstig, erdbebensicher und durch Quellen mit Wasser versorgt, die guten Ankerplätze für die Boote in Sichtweite. Doch man lasse sich nicht täuschen: Für eine Besichtigung der Ausgrabungen müssen etwa zwei Stunden eingeplant werden, denn die Siedlung zeigt sich großflächig auf dem Bergrücken hin.

Letzter Blick zurück auf Kamari, dann beginnt der Abstieg in die Ebene von Perissa...

...der Blick geht weit bis nach Kap Exomitis (rechts) an der äußersten Südspitze von Santorin.

Kleiner Stein mit Kreuz unterwegs - eine der vielen Stellen, die die enge Verbundenheit der Griechen mit ihrer Religion offenbaren, Kirchen, Kapellen oder einfach kleine Gedenkstellen wie diese findet man überall auf der Insel. 475 Kirchen und Kapellen soll es auf der Insel geben, die Gründe wurden bei Genial daneben nachgefragt, angeblich sind Grundbesitzer, die ein solches Bauwerk errichten, von gewissen Abgaben befreit - keine Ahnung, ob das stimmt. Aber eines ist sicher: Wo immer sich eine irgendwie herausragende Stelle in der Landschaft befindet, wird es mindestens eine Kapelle geben.

Hoch oben auf dem Profitis die Abhörstation - hier wird der Funkraum in der gesamten Ägäis überwacht, man vergisst es so schnell, aber das Verhältnis der beiden NATO-Partner Griechenland und Türkei ist nicht ganz so typisch für Verbündete, Zypern ist soweit nicht entfernt!

Viel Steine gab´s - der Abstieg unter der sengenden Sonne den Hang entlang kostet noch einmal eine Menge Körperflüssigkeit und es steigt die Vorfreude auf das erste...

...Mythos - spätestens hier motiviert der Gedanke an das typische Glas mit dem Griff auf der falschen Seite (wenn man die Aufschrift lesen möchte), man sieht förmlich den Beschlag am vorgekühlten Glas, spürt die wunderbare Kälte wenn der Finger langsam durch die Tropfen streicht und das unverwechselbare Gefühl wenn die Lippen den Glasrand berühren, den Schaum durchdringen und dann das herbe Gebräu auf der Zunge, am Gaumen, überall - allein dafür lohnt sich der Weg hierher und eigentlich ist es ja nur der Weg, der den Durst sooo schön macht - ABER SOWEIT SIND WIR NOCH NICHT...

Noch hat uns die Hitze in den Klauen, noch sind wir in den Felsen oberhalb von Perissa und zwei Kilometer vom Strand entfernt. Das Wasser glitzert in der Mittagssonne, die blauen Kuppeln der Stavroskirche erheben sich auf dem weißen Gemäuer - vier Eckkuppeln werden von einer zentralen Mittelkuppel überragt. An dieser Stelle wurde schon im 1. Jahrhundert nach der Zeitenwende eine Kirche erbaut, später stand hier ein Kloster, dem auch das gefundene Kreuz (Stavros) zugeordnet wurde, das der Kirche letztlich den Namen gab.

Doch jetzt ist es gleich geschafft, Marco, die Gaststätte unserer Wahl, liegt gleich am Strand. Ute sorgt schon mal für einen großen Tisch.

Und dann, ja dann werden Träume wahr! Ein schattiges Plätzchen, das Rauschen der Wellen, gutes Essen und natürlich ein wunderbares Hellenic Lager Beer - Herz, was willst du mehr?

Gibt es einen schöneren Platz für ein Pils? Ja, ich werde mindestens einen davon zeigen!
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